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Mecklenburg-Vorpommern Hürde Denkmalschutz: Kirchen wollen mehr Sonnenstrom nutzen

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Schwerin (dpa/mv) - Die Kirchgemeinden im Land wollen ihren Beitrag zur Energiewende leisten, sehen sich vielfach aber mit Widerständen aus dem Bereich des Denkmalschutzes konfrontiert. "Der Denkmalschutz ist gut, aber der Klimaschutz wird in den kommenden Jahren wichtiger werden", sagte Annett Barkhahn von der Mecklenburgischen Kirchen-Synode in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung. Die Gesellschaft verbrauche seit langer Zeit mehr Ressourcen, als die Natur geben könne, eine Umkehr zu nachhaltigem Wirtschaften sei nötig. "Es geht um die Bewahrung der Schöpfung", betonte Barkhahn, die Mitglied im Klimaausschuss der Nordkirche ist. Der Denkmalschutz dürfe den Schutz des Klimas nicht ausbremsen, hatte es zuvor auch schon auf der mecklenburgischen Frühjahrssynode geheißen.

Barkhahn verwies darauf, dass im Kirchenkreis 2014 das Kirchliche Energie-Werk gegründet worden sei. Die eigene Klimaschutzstiftung kümmere sich um Windkraftanlagen auf Kirchenland und um Photovoltaikanlagen auf Dächern. Zudem unterstütze sie Kirchgemeinden bei der Anschaffung von E-Autos und beim Schaffen der Ladeinfrastruktur. Bislang seien 18 solcher Projekte umgesetzt worden. Ziel müsse sein, die Elektro-Autos mit Strom aus Solaranlagen auf dem Pfarrhaus oder der Kirche zu betreiben. Barkhahn rief die Kirchengemeinden auf, mehr Mut zu zeigen und nicht vor bürokratischen Hürden zurückzuschrecken. Die Nordkirche habe beschlossen, ab 2035 klimaneutral zu sein, der Kirchenkreis Mecklenburg wolle dies schon 2030 schaffen.

Nach Angaben des Kirchlichen Energiewerkes verfügt die Nordkirche über etwa 5000 Gebäude. Derzeit werde erhoben, wie viele davon für die Installation von Solaranlagen in Frage kommen. Zuletzt hatten die Grünen im Schweriner Landtag beklagt, dass Mecklenburg-Vorpommern beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten für Sonnenstrom zu langsam vorankommt. Etwa 8 Prozent des im Nordosten erzeugten Stroms kommen aus Solaranlagen, in Bayern sind es laut Statistik etwa 17 Prozent.

Quelle: dpa

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