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Mecklenburg-Vorpommern Industrie-Kongress MV: Hilfe bei Internetproblemen

Harry Glawe, Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, lächelt in die Kamera. Foto: Stefan Sauer/Archivbild

(Foto: Stefan Sauer/zb/dpa)

Um einen gewissen Wohlstand zu halten, brauchen die Unternehmen im Nordosten immer neue Innovationen und Produkte. Dafür will das Land weiter Fördermittel zur Verfügung stellen. Noch reicht aber an vielen Stellen auch die Kapazität der Datenmengen nicht aus.

Neubrandenburg (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat der Industrie angeboten, sich bei Internetproblemen persönlich für sie einzusetzen. "Wo es klemmt, kommen Sie zu uns, wir bringen das in die richtige Richtung", sagte der Minister am Freitag vor knapp 100 Unternehmern und Gästen beim Industrie-Kongress in Neubrandenburg. Anlass der Äußerung waren Pläne einer amerikanischen Wehrtechnikfirma, die ihre Produktion wegen mangelnder Internet-Datenkapazität von Woldegk nach Neubrandenburg verlegen will. Das Ministerium sei dazu nicht gefragt worden.

"Wer die Digitalisierung verschläft, wird den Wettbewerb nicht gewinnen", sagte Glawe. Bis 2021 solle das Internet im Nordosten flächendeckend in ausreichender Kapazität verfügbar sein. Insgesamt wolle das Land mit den Firmen weiter "erheblich in Forschung und Entwicklung investieren". Nur so könnten weitere Firmen angesiedelt werden.

Der Vorsitzende des Netzwerkes der Autozulieferer im Nordosten, Andreas Dikow, hatte zuvor generell eine Steuerpolitik gefordert, die Anreize für die Entwicklung innovativer Produkte setzt. Deutschland habe kaum Bodenschätze, deshalb müssten innovative Produkte entwickelt und exportiert werden. "Ohne Exportüberschuss ist der Wohlstand nicht zu halten", sagte Dikow, der das einzige europäische Heizungswerk des Autozulieferers Webasto in Neubrandenburg leitet, in dem 700 Menschen arbeiten. Für den Nordosten sei zudem eine gute Berufsausbildung wichtig, um junge qualifizierte Leute zu halten.

Trotz stark gewachsenen Bruttoinlandsproduktes hat der Nordosten mit 44 Beschäftigten pro 1000 Einwohner noch viel weniger Industrie als im Bundesschnitt, wie Glawe erläuterte. Bundesweit gebe es 83 Industriebeschäftigte pro 1000 Einwohner. Das MV-Bruttoinlandsprodukt lag laut Glawe 2011 bei 36 Milliarden Euro, 2018 lag es bei 54,9 Milliarden Euro.

Eine weitere Chance für Mecklenburg-Vorpommern liege darin, dass die Ansiedlungsflächen rings um Berlin und Hamburg inzwischen knapp und sehr teuer seien. Das Land wolle in Kürze vor allem verstärkt für die Standorte Mukran auf Rügen, das Pommerndreieck bei Grimmen und das Großgewerbegebiet bei Pasewalk verstärkt werben. Im Westen Mecklenburgs und um Rostock gebe es eine größere Industriedichte. Mehrere Experten forderten vor allem Investitionen in neue, mehrere Fußballfelder große Datencenter, da Daten der wichtigste Rohstoff der Digitalisierung würden.

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