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Mecklenburg-Vorpommern Ingenieurrat warnt vor Folgen eines Bauingenieurmangels

Verstaubte Bauhelme hängen auf einer Baustelle. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild

(Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild)

Die Bauwirtschaft boomt und Investitionsprogramme von Land und Kommunen versprechen eine gute Auftragslage. Auch die Wirtschaft investiert. Der Ingenieurrat verweist unterdessen auf ein ernstes Problem.

Schwerin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern werden nach Angaben des Landes-Ingenieurrats nicht einmal halb so viele Bauingenieure ausgebildet, wie durch altersbedingtes Ausscheiden ersetzt werden müssten. Dass zwei Drittel der jährlich rund 50 Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen der Hochschule Wismar das Land verließen, verschärfe die Situation. "Der Mangel ist schon in vielen Ingenieurbüros spürbar, im Osten noch weit mehr als im Westen des Landes", konstatierte Steffen Güll vom Ingenieurrat.

Da auch Behörden massiv Fachleute abwerben würden, müssten gerade kleine Büros immer häufiger dicht machen. Für die freie Wirtschaft werde es somit immer schwerer, Bauprojekte zu planen und durchzuführen. "Der Mangel an Bauingenieuren wird enorme Kostensteigerungen nach sich ziehen und viele Bauvorhaben werden ins Stocken geraten", warnte Güll. Mit jährlich rund 20 statt der erforderlichen 120 neuen Ingenieure sei das Bauwesen weder qualitativ noch quantitativ in der Lage, die baulichen Bedarfe im Land zu decken.

Zwar habe die Landesregierung inzwischen erkannt, dass die Ausbildung von Bauingenieuren vernachlässigt worden sei, wofür auch die Schließung der Bauingenieurausbildung in Neubrandenburg und Rostock verantwortlich sei. Dennoch sei mit dem neuen Landeshaushalt, der am Mittwoch im Landtag beschlossen werden soll, kein Umsteuern zu erkennen. Während für die Bauingenieurausbildung in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2005 noch 11 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden seien, belaufe sich die Summe nun auf 3 Millionen im Jahr. Güll kritisierte, dass der Vorschlag des Ingenieurrats für eine standortübergreifende Ingenieurausbildung nicht aufgegriffen worden sei und forderte ein Aufstockung der Landesmittel.

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