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Mecklenburg-Vorpommern Institut: Frettchen als Tiermodell für Impfstoff geeignet

Ein Schild mit einem Bundesadler hängt im Eingangsbereich des Friedrich-Loeffler-Instituts. Foto: Stefan Sauer/dpa

(Foto: Stefan Sauer/dpa)

Frettchen könnten den Wissenschaftlern bei der Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus dienen. Sie reagieren ähnlich wie Menschen auf die Infektion.

Insel Riems (dpa/mv) - Frettchen könnten als Modelltiere für die Infektion des Menschen mit dem neuartigen Coronavirus und zur Erprobung von Impfstoffen oder Medikamenten eingesetzt werden. Das hat eine erste Auswertung von Tierversuchen am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald ergeben. Nach solch einem Tiermodell, das die Infektion des Menschen widerspiegelt, werde derzeit weltweit dringend gesucht, teilte das FLI am Donnerstag mit. Neben Frettchen sind auch Flughunde für das Virus Sars-CoV-2 empfänglich, Hühner und Schweine jedoch nicht.

Das Bundesinstitut hatte vor mehreren Wochen mit Tierversuchen zur Erforschung des aus dem Tierreich stammenden Coronavirus begonnen. FLI-Präsident Thomas Mettenleiter bezeichnete diese Versuche als das derzeit dringlichste Forschungsvorhaben auf der Insel Riems. Seinen Ursprung hat der Erreger vermutlich bei Fledermäusen. Die zu den Fledertieren zählenden Flughunde konnten laut FLI zwar infiziert werden, zeigten aber keine Krankheitssymptome und steckten Artgenossen nicht an. Die Nutztiere Schweine und Hühner sind demnach nicht für das Virus empfänglich und stellen nach jetzigem Kenntnisstand kein potenzielles Risiko für den Menschen dar.

Frettchen gelten bereits bei anderen Atemwegs-Infektionen, insbesondere durch Grippeviren, als ein gutes Modell für den Menschen. Da SARS-CoV-2 sich vor allem im Atmungstrakt vermehrt, könnten Frettchen sich als Modell für diese Infektion eignen. Die Tiere lassen sich einer Sprecherin zufolge effizient mit SARS-CoV-2 infizieren, vermehren das Virus gut und übertragen es auf Artgenossen. "Die Tiere vermehrten das Virus hauptsächlich in den oberen Bereichen des Atmungstraktes, zeigten dabei aber keine Krankheitssymptome", teilte das Institut mit.

Die komplette Auswertung aller Versuchsreihen werde noch einige Zeit dauern. Mit den Endergebnissen sei Anfang Mai zu rechnen.

Laut FLI gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde und Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des neuen Coronavirus spielen. Allgemeine Hygieneregeln wie gründliches Händewaschen sollten jedoch eingehalten werden.

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