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Mecklenburg-Vorpommern Kein Einsatz von "Deepblue" bei Corona-Tests an Schulen

Ein Schüler macht vor der ersten Stunde an einer Schule einen Corona-Schnelltest. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration)

Es ist nicht nur ein Corona-Selbsttest für Schüler, der komisch roch und mit Bakterien belastet war. Untersuchungen des Landesgesundheitsamtes fördern ein offenbar größeres Problem zutage. Das Bildungsministerium in Schwerin reagiert.

Schwerin (dpa/mv) - An den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns wird der Corona-Selbsttest "Anhui Deepblue Medical Technology" nicht mehr eingesetzt. Das Bildungsministerium in Schwerin, das bereits zur Wochenmitte die Anwendung nach Bekanntwerden einer ersten bakteriellen Verunreinigung der Testflüssigkeit ausgesetzt hatte, reagierte damit am Freitag auf Kontrollresultate des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock. Dort waren in allen 32 untersuchten Proben aus vier Chargen des aus China stammenden Präparates Umweltkeime festgestellt worden, die jedoch nicht näher bestimmt werden konnten.

"In Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als zuständiger Bundesbehörde empfiehlt das Lagus, die Anwendung des Tests weiterhin auszusetzen und auf andere Produkte zurückzugreifen, da eventuelle Gesundheitsrisiken aktuell nicht zweifelsfrei bestimmt werden können", hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsamtes. Ein für Medizinprodukte akkreditiertes Labor sei mit weiteren Untersuchungen beauftragt worden. Ergebnisse würden für Anfang November erwartet.

Den Eltern eines Schülers in Greifswald war die Eintrübung der Testflüssigkeit und ein unangenehmer Geruch aufgefallen. Ein eingeschaltetes Labor hatte daraufhin die bakterielle Verunreinigung festgestellt, die vom Lagus bestätigt wurde. Der Hersteller sei vom Bundesinstitut zu einer sofortigen Stellungnahme aufgefordert worden, teilte das Lagus mit. In Abhängigkeit von dieser Stellungnahme würden möglicherweise weitere Schritte festgelegt.

Wie ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin mitteilte, werden die im Bestand des Ministeriums noch vorhandenen 900 000 Antigen-Selbsttests des Herstellers Deepblue durch Produkte anderer Produzenten ausgetauscht. Die in Deutschland ansässige Vertriebsfirma habe einen - für das Land kostenlosen - Ersatz zugesichert.

Die ersten 140 000 neuen Testkits würden noch am Freitag versandt und sollen zu den für Montag geplanten Tests an den Schulen sein. Bei Lieferverzögerungen könnten die Tests auch noch am Dienstag vorgenommen werden, hieß es. Zudem würden aus der Landesreserve 48 000 Testkits bereitgestellt. Der Rest der Ersatzlieferung mit etwa 780 000 Tests werde im Laufe der kommenden Woche erwartet.

An den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns müssen sich Schüler und Lehrer wöchentlich zwei Mal testen lassen, in der Regel Montag und Mittwoch. Pro Testtag werden rund 150 000 Tests benötigt.

Nach Angaben des Bildungsministeriums kommen Schülerinnen und Schüler bei ordnungsgemäßer Anwendung nicht mit der Testflüssigkeit in Berührung. Doch steigt nach Darstellung des Lagus die Wahrscheinlichkeit für ein gesundheitliches Risiko, wenn zu der bakteriellen Verunreinigung des Produkts eine nicht sachgemäße Anwendung und ein geschwächtes Immunsystem des Anwenders hinzukommen.

© dpa-infocom, dpa:211022-99-695548/3

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