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Mecklenburg-Vorpommern Kramp-Karrenbauer bei den Eurofightern in Rostock-Laage

Dirk Kahle (l), Stabsfeldwebel und Wartungsmechaniker bei der Bundeswehr, bekommt am vorletzten Tag vor seinem Ruhestand von Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesverteidigungsministerin. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Die Eurofighter der Luftwaffe sind das Rückgrat der deutschen Kampfflugzeugflotte. In Laage bei Rostock werden ihre Pilotinnen und Piloten ausgebildet. Die Bundesverteidigungsministerin kommt zu Besuch - und spricht auch übers Geld.

Laage (dpa/mv) - Zum Ende seiner knapp 40-jährigen Dienstzeit hat Dirk Kahle noch einmal ein besonderes Flugzeug in Empfang genommen. Bevor der Stabsfeldwebel diese Woche in den Ruhestand geht, hat er am Montag die Maschine von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf ihren Parkplatz dirigiert. Die CDU-Politikerin besuchte zum ersten Mal das Taktische Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" in Laage bei Rostock. Alle Piloten und Pilotinnen der Luftwaffe, die den Kampfjet Eurofighter fliegen wollen, werden hier ausgebildet.

Eine schlagkräftige und verteidigungsbereite Luftwaffe brauche gutes Material, aber vor allen Dingen auch gut ausgebildetes Personal, sagte Kramp-Karrenbauer. "Hier an diesem Luftwaffenstandort in Rostock-Laage finden Sie beides."

Zu dem Geschwader gehören 35 Eurofighter sowie insgesamt mehr als 1000 Soldatinnen und Soldaten samt Zivilangestellten. Angehende Eurofighter-Piloten lernen hier im Simulator, im gemeinsamen Flug mit Lehrern und schließlich auch im Einzelflug den Umgang mit dem Kampfjet. Auch bei Einsätzen seien Mitglieder des Verbandes präsent, betonte die Ministerin. Der Standort sei "ganz wichtig", und man wolle ihn künftig noch weiter ausbauen.

Laut Bundeswehr sind die 140 Eurofighter der Luftwaffe das Rückgrat der deutschen Kampfflugzeugflotte. Kramp-Karrenbauer zeigte sich froh, "dass sich die Einsatzbereitschaft dank intensiver Kooperationen und Verhandlungen auch mit der Industrie doch mittlerweile stark verbessert hat". Im vergangenen November hatte der Bundestag grünes Licht für die Beschaffung von 38 neuen Eurofightern für etwa 5,5 Milliarden Euro gegeben. Sie sollen ab 2025 ältere Exemplare der ersten Baureihe ersetzen.

Probleme gibt es nach Darstellung eines Luftwaffensprechers bei Kampfflugzeugen des Typs Tornado. Es sei zunehmend schwierig, benötigte Ersatzteile zu beschaffen und die notwendigen Flugstunden zu gewährleisten. Als Ersatz könnten neben F-18-Kampflugzeugen des US-Herstellers Boeing auch weitere Eurofighter dienen. Ab 2040 soll dann ein gänzlich neues Kampfflugzeug zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Projekts FCAS (Future Combat Air System) soll zusammen mit Frankreich und Spanien neben einem neuen Flugzeugtyp ein ganzes System entwickelt werden, das auch Drohnen und Satelliten einbindet.

Kramp-Karrenbauer zufolge sind die vom Finanzministerium eingeplanten Mittel für die Verteidigung mittelfristig zu niedrig. Die jetzt vorgesehene "Finanzlinie" sei nicht tragfähig. Das gelte mit Blick auf das Schließen von Lücken, den Ausbau von Fähigkeiten und mit Blick auf internationale Zusagen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche Eckwerte für den Bundeshaushalt 2022 sowie den Finanzplan bis 2025 vorgelegt. Mit dem Haushaltsplan für 2022 zeigte sich Kramp-Karrenbauer zufrieden: "Wir erhalten fast 2,5 Milliarden mehr als ursprünglich geplant war. Das ist zuerst einmal ein gutes Zeichen." Laut Plan sind 2022 rund 49,3 Milliarden Euro für die Verteidigung vorgesehen. Der "eigentliche Kampf" um die mittelfristigen Finanzen steht aus Sicht Kramp-Karrenbauers für Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl an.

Zu ihren eigenen fliegerischen Ambitionen bemerkte die Ministerin am Ende ihres Besuches in Rostock-Laage: "Alleine das Gefühl im Flugsimulator hat mir schon deutlich gemacht, dass es gut ist, dass ich keine Pilotin geworden bin."

© dpa-infocom, dpa:210329-99-16681/2

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