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Mecklenburg-Vorpommern Kriegstrauma: Engländer zur Versöhnung in Demmin erwartet

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Demmin (dpa/mv) - Die Evangelische Kirchengemeinde in Demmin in Vorpommern soll am Sonntag (10.00 Uhr) in die Internationale Nagelkreuzbewegung aufgenommen werden. Dazu wird der oberste Repräsentant der Nagelkreuzgemeinschaft, der Dean der Kathedrale von Coventry in Großbritannien, John Witcombe, zum Gottesdienst in der St. Bartholomaei-Kirche erwartet. Witcombe will ein Nagelkreuz überreichen, das als Symbol für Friedens- und Versöhnungsarbeit gilt. Mit der Aufnahme in diese Gemeinschaft wird nach Angaben von Pastor Karsten Wolkenhauer die jahrelange Versöhnungsarbeit der Demminer gewürdigt.

Im Stadtgebiet war es am Kriegsende 1945 zu einem der größten Massensuizide in Deutschland gekommen. Etwa 1000 Frauen, Kinder und Männer gingen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen während der Besetzung durch die Rote Armee freiwillig in den Tod. In der DDR-Zeit war das Gedenken daran untersagt. Seit 1990 widmen sich Kirchengemeinden diesem Thema. 2020 entstand als Zeichen dafür ein überdimensionales Trauertuch, das in der St. Bartholomaei-Kirche - der Hauptkirche in Demmin - hängt.

Die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft ist ein Netzwerk für Frieden und Versöhnung, dem im Nordosten einige Kirchengemeinden angehören, wie in Rostock, Zinnowitz und Stralsund. Es geht auf den Dompropst im englischen Coventry von 1940 zurück. Dieser hatte nach der Zerstörung bei deutschen Luftangriffen dazu aufgerufen, keine Rache zu üben, sondern sich für Versöhnung einzusetzen. Symbol wurde das Nagelkreuz.

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