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Mecklenburg-Vorpommern Kritik an Schwesig wegen Sympathie für Homöopathie

Ein homöopathisches Globuli liegt auf einem Teelöffel. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archivbild

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Ist Homöopathie Glaubenssache oder Heilmethode? Das Engagement von Ministerpräsidentin Schwesig für den Homöopathie-Kongress in Stralsund ruft die Gegner auf den Plan.

Stralsund (dpa/mv) - Die Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) für den Deutschen Ärztekongress für Homöopathie lässt die Diskussion über diese Therapiemethode wieder aufflammen. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) will Ende Mai in Stralsund seinen bundesweiten Kongress veranstalten, was Schwesig begrüßte. Nun sieht sie sich Kritik von verschiedenen Seiten ausgesetzt. Gesundheitsexperten halten die Homöopathie für überflüssig oder gar gefährlich. Die Landes-FDP brachte Schwesigs Engagement mit dem homöopathischen Wirtschaftswachstum in Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung.

Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommerns sieht die Homöopathie skeptisch. Vizepräsident Wilfried Schimanke sagte: "Wir sind dagegen, dass die Krankenkassen Homöopathie bezahlen. Das ist Verschwendung." Derzeit bezahlen einige Krankenkassen solche Behandlungen, jedoch nicht alle. Das Geld könnte Schimanke zufolge besser für Impfungen, prophylaktische Leistungen und neue, oft teure Therapiemodelle eingesetzt werden. "Wir lehnen nicht die Naturheilverfahren ab", stellte der Rostocker Chirurg klar. Verfahren wie Kneippsche Güsse, Bäder oder Moor-Behandlungen seien wirksam. "Sie verbessern die psychische Grundstimmung, und schon das hilft beim Heilen", sagte er. "Bei der Homöopathie ist es wirklich der Glaube, der Berge versetzt."

Dagegen erklärt der DZVhÄ, dass in Deutschland rund 7000 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen die Homöopathie in der Praxis erfolgreich anwenden. "Diese Ärzte führen eine durch die Ärztekammern verliehene Zusatzbezeichnung Homöopathie", sagte die 1. Vorsitzende Cornelia Bajic. Nach ihren Worten wünschen sich die Bürger eine integrative Medizin, bei der konventionelle Medizin und Methoden wie Naturheilkunde und Homöopathie Hand in Hand gingen. "Das zeigen sämtliche repräsentative Befragungen", insistierte sie.

Schimanke zufolge stehen Ärzte zunehmend unter Druck, homöopathische Verfahren anzubieten, weil die Patienten dies wollten. Ein Grund seien die Nebenwirkungen, die Medikamente haben könnten. Globuli, die nur aus Zucker bestehen, hätten keine Nebenwirkungen.

Unter Politikern gibt es einige, die sich zur Homöopathie bekennen. Dem DZVhÄ zufolge war die Schirmherrin beim Homöopathischen Weltärztekongress 2017 in Leipzig die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU). Schirmherrin der Homöopathie-Stiftung ist die Physikerin Dagmar Schipanski (CDU), die sich 1999 als parteilose Kandidatin für die CDU/CSU für das Amt des Bundespräsidenten bewarb. Die Schirmherrschaft über die Ärztekongresse, die in fast jedem Jahr in einem anderen Bundesland stattfinden, übernehmen zumeist die Landes-Gesundheitsminister - bisher ohne Aufsehen zu erregen.

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