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Mecklenburg-Vorpommern Landkreis: Rechtsstreit lähmt Modernisierung von Museum

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Der Sozialreformer Thünen wirkte im 19. Jahrhundert in Tellow - woran ein Museum erinnert. Das wollte der Landkreis Rostock umfassend modernisieren, da es ständig Verluste einfuhr. Nun gibt es ein Konzept - aber Streit mit dem Pächter. Wie es weitergeht, ist unklar.

Güstrow (dpa/mv) - Die Modernisierung des Museums-Gutes Tellow bei Teterow (Landkreis Rostock) droht an einem Rechtsstreit zu scheitern. Wie Vize-Landrat Stephan Meyer (CDU) am Donnerstag in Güstrow sagte, weigert sich der bisherige Museumsbetreiber und Pächter des Geländes, die Thünengut Tellow gGmbH, den Pachtvertrag "rechtswirksam aufzulösen", der bis 2025 laufen würde. Der Vertrag war 2001 noch vom Vorgängerlandkreis Güstrow geschlossen worden.

Der Landkreis Rostock als Eigentümer der 23 Hektar großen Anlage, die auf den bekannten Sozialökonomen Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) zurückgeht, könne so das Modernisierungskonzept nicht umsetzen. "Der Hauptgesellschafter hat auf keines unserer Schreiben reagiert", sagte Meyer. Hauptgesellschafter der gGmbH ist eine Erzeugergemeinschaft. Diese sei auch ihren Instandhaltungsaufgaben an den Gebäuden nicht nachgekommen. Die Beseitigung dieser Mängel würde allein mehrere hunderttausend Euro kosten, erläuterte Meyer. Die Erzeugergemeinschaft hatte bisher auch noch größere Agrarflächen vom Land Mecklenburg-Vorpommern rings um Tellow gepachtet. Diese wurden vom Land aber gekündigt.

Der Landkreis wollte das Thünenmuseum, das über Jahrzehnte mit großen Defiziten gearbeitet hatte, ab 2021 für mehrere Millionen Euro modernisieren. "Wir wollten hier ein Modell für eine nachhaltig ökologische Landwirtschaft entwickeln und Besuchern auf modernste Weise Landwirtschaft nahebringen", sagte Meyer. Dafür wurden vom Bund auch 755 000 Euro jährlich aus Denkmalschutzmitteln eingeplant. "Wenn wir nicht an unser Eigentum kommen, wird das nichts", bedauerte Meyer.

In dem Mustergut sollten unter anderem Themen wie Nährstoffeffizienz, Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Biodiversität im Agrarsektor besser berücksichtigt werden. Partner dabei wären das Thünen-Institut Braunschweig und der Agrarsektor der Universität Rostock.

Der Landwirt und Forscher Thünen, dessen Schriften heute noch an Universitäten gelehrt werden und nach dem auch eine internationale Gesellschaft benannt ist, hatte das Gut Anfang des 19. Jahrhunderts beispielhaft für seine Zeit bewirtschaftet.

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