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Mecklenburg-Vorpommern Leibniz-Institut: Frühwarnsystem gegen Klauenerkrankung

Eine Kuh geht über eine Trittschallplatte, über die der akustische Fußabdruck der Tiere gemessen wird. Foto: Bernd Wüstneck

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa)

Wenn sich Nutztiere an den Klauen verletzen, ist das für die Besitzer nur schwer zu bemerken. Die wirtschaftlichen Folgekosten können aber groß sein. Ein Frühwarnsystem könnte Abhilfe schaffen.

Dummerstorf (dpa/mv) - Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) haben ein Frühwarnsystem für die Erkennung von Klauenerkankungen bei Rindern entwickelt. Das System beruht auf einer Trittschallplatte, das den akustischen Fußabdruck der Tiere misst. Beginnende Anzeichen einer Klauen- und Gliedmaßenerkrankung seien durch ein verändertes akustisches Signal zu erkennen, teilte das Institut mit. Erkrankungen der Klauen und Gliedmaßen gehören neben einer gestörten Fruchtbarkeit und Eutergesundheit zu den größten Problemen in der Milchviehhaltung.

Gesunde Kühe haben ein fließendes, sicheres Gangmuster, kranke Tiere bewegen sich unregelmäßiger. Wie Projektleiter Peter-Christian Schön berichtete, versucht ein Tier die krankhafte Stelle zu entlasten und lahmt, wenn Beeinträchtigungen an den Klauen vorliegen. Diese Entlastung verändere das akustische Gangbild. Die bislang gebräuchlichste Methode zur Kontrolle der Klauengesundheit sei die visuelle Beurteilung. "Diese erfordert ein geschultes Auge, ist zeitaufwendig und schwierig in die tägliche Routine einzubinden", sagte Schön. Die Trittschallplatte könne in einer Milchrinderanlage dagegen so integriert werden, dass die Tiere diese bei jedem Melkvorgang überqueren müssen.

Die Folgen der Lahmheit für die Tiergesundheit und die wirtschaftlichen Folgen seien enorm. Zuchtverbände gingen von 150 Euro pro Tier aus. Die Trittschallplatte sei patentrechtlich geschützt und soll 2020 auf der weltweit führenden Fachmesse für Tierhaltung, der EuroTier in Hannover erstmals der Nutztierbranche vorgestellt werden.

FBN

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