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Mecklenburg-Vorpommern Löchriger Darm bei Kühen: Forschung zur Auswirkung von Hitze

Eine Milchkuh steht im Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in einem Stall.

(Foto: ---/FBN/Nordlicht/dpa/Archivbild)

Bei hohen Temperaturen kommen auch Kühe ins Hecheln. Ihren Darm kann Hitze gar löchrig machen. Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) bei Rostock will die Tiere besser vor Hitzestress schützen.

Dummerstorf (dpa/mv) - Angesichts sich häufender Hitzewellen erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Dummerstorf bei Rostock die Auswirkungen auf Kühe. Starke Hitze könne bei den Kühen zu einer krankhaften Durchlässigkeit der Darmwand führen, teilte das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) am Mittwoch mit. Das Projekt "Leakycow" (undichte oder durchlässige Kuh) wolle nach Lösungen für eine bessere Darmgesundheit bei Milchkühen suchen. Diese spiele eine Schlüsselrolle für das Wohlbefinden der Tiere.

Um Wärme von der Körperoberfläche abzuleiten, verringert sich demnach bei Hitze die Durchblutung des Darms von Milchkühen. Die Darmwand werde durchlässig und gebe den Weg für Krankheitserreger frei.

Der Klimawandel stellt Landwirte und Tiere vor Herausforderungen, wie es weiter heißt. Bereits ab 15 Grad zeigten sich bei einer bestimmten Luftfeuchtigkeit erste Anzeichen von Hitzebelastung. Dazu gehöre etwa, dass die Kühe weniger fressen sowie Atmung und Herzschlag schneller werden. Steigen die Temperaturen weiter, beginnen die Tiere den Experten zufolge zu hecheln, verlieren große Mengen an Flüssigkeit und Mineralstoffen und produzieren weniger Milch.

Noch nicht ausreichend erforscht seien mögliche Auswirkungen auf die Darmgesundheit. Vor vier Jahren hätten FBN-Forscherinnen erstmals belegt, dass hohe Temperaturen die Darmbarriere der Tiere direkt beeinflussen können.

Am FBN wurden Tiere im Klimaraum Temperaturen von 28 Grad ausgesetzt, um mehr über die Auswirkungen zu erfahren. Dabei sei unter anderem gezeigt worden, dass das Euter die heißeste Stelle des Körpers sei, von hier aus viel Wärme abgegeben werden könne, aber das Risiko für eine Euterentzündung steige. Im kommenden Jahr wollen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Vorschläge präsentieren, wie man den Hitzestress der Tiere verringern kann.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) führt der Klimawandel durch das vermehrte Vorkommen von Hitzeperioden inzwischen auch in unseren Breitengraden zu längeren Zeiträumen, in denen Hitzestress bei Milchkühen auftreten kann. Die durch die Arbeit des FBN gewonnenen Erkenntnisse "können dazu beitragen, die Milchkuhhaltung besser an die klimatischen Veränderungen anzupassen".

Quelle: dpa

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