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Mecklenburg-Vorpommern MV Werften brauchen weitere Überbrückungsgelder

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Schwerin (dpa/mv) - Die durch die Corona-Krise ins Wanken geratenen MV Werften benötigen weitere Überbrückungsgelder. "Im Moment geht es auch um eine Zwischenfinanzierung bis Anfang Dezember für laufende Kosten wie Lohnzahlungen, um dem Werftstandort eine reale Überlebenschance zu geben", erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete Tilo Gundlack am Freitag in Schwerin. Am Morgen hatten Regierungsvertreter den Finanzausschuss in einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung über die aktuelle Lage informiert.

Ziel der Landesregierung ist es, die Werften mit ihren mehr als 3000 Beschäftigten in Wismar, Rostock und Stralsund unter den Rettungsschirm des Bundes zu bringen. Mit Hilfe von Krediten und Bürgschaften über insgesamt 570 Millionen Euro sollen die zum asiatischen Genting-Konzern gehörenden Schiffbaubetriebe über die Corona-Krise gerettet werden. Doch steht die bereits für den Spätsommer erwartete Zusage aus. Die Werftarbeiter sind zum Großteil in Kurzarbeit.

Nach Angaben Gundlacks verzögern sich die "Fortschreibungsprognosen des Mutterkonzerns Genting Honkong" weiter. Diese seien aber Grundvoraussetzung für die Entscheidung des Bundes, die Werften als Rückgrat der maritimen Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns unter den Rettungsschirm zu nehmen. "Wir setzen auf die Rettung der Werften. Als Teil der Genting-Gruppe sind sie wie auch andere Unternehmen unverschuldet in die Corona-Krise gerutscht", erklärte Gundlack.

Erst Ende August hatte der Finanzausschuss des Landtags seine Zustimmung zum Einsatz von Sicherheitseinlagen aus der sogenannten Locked Box gegeben. Doch reichen diese 28 Millionen Euro nur bis Ende September. Zur Höhe der nun benötigten Mittel machte Gundlack keine Angaben. Dem Vernehmen nach soll es um mehr als 30 Millionen Euro gehen.

Genting hatte 2016 die Werften in Mecklenburg-Vorpommern übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für eigene Reedereien bauen zu lassen. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) investierte der Konzern seither rund 1,6 Milliarden Euro in die Werften und den Bau von Schiffen. Weil seit Beginn der Corona-Pandemie aber wichtige Einnahmen aus den Hauptbetätigungsfeldern Glücksspiel und Kreuzfahrten ausbleiben, ist Genting in finanzielle Schieflage geraten. An den Schiffbauprojekten will der Konzern aber festhalten.

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