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Mecklenburg-Vorpommern MV beschleunigt Zaunbau gegen Schweinepest an Grenze

Till Backhaus (SPD), Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, hilft beim Bau eines Wildschutzzauns. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Für Menschen ist sie ungefährlich, für Schweine nicht - die Afrikanische Schweinepest. Nach ersten Fällen bei Wildschweinen in Brandenburg will Mecklenburg-Vorpommern nun seinen Schutzzaun schneller fertigstellen. Bisher ist erst gut ein Viertel fertig.

Schwerin/Linken/Garz (dpa/mv) - Die Afrikanische Schweinepest in Brandenburg bewegt sich nordwärts: Im Landkreis Märkisch-Oderland östlich von Berlin ist die Seuche bei einem erlegten Wildschwein festgestellt worden, wie das brandenburgische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Nach Angaben des Agrarministeriums in Schwerin ist der Fundort nur noch 80 Kilometer von der Landesgrenze Mecklenburg-Vorpommerns entfernt. Minister Till Backhaus (SPD) mahnte, die Schweinehalter müssten die Biosicherheit in den Betrieben und somit die Mindestanforderungen der Hygieneverordnung unbedingt einhalten. Wichtig sei zudem die Suche nach Fallwild. Je eher ein Eintrag der Seuche ins Land erkannt werde, desto besser seien die Chancen, ihre Ausbreitung zu verhindern.

Seit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg beschleunigt Mecklenburg-Vorpommern den Bau seines Schutzzaunes an der Grenze zu Polen. Wie ein Sprecher des Agrarministeriums der Deutschen Presse-Agentur sagte, werden nun auch private Firmen mit dem Bau von Teilabschnitten beauftragt. Bisher hatte die Landesforstanstalt MV allein den Bauauftrag. Damit soll die 62 Kilometer lange "temporäre Barriere" aus Drahtgeflecht und Metallpfählen bis Ende November fertig sein - einen Monat früher als geplant. Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) hatte den Zaunbau am 13. Juli in Linken (Vorpommern-Greifswald) gestartet. Der Zaun endet im Norden auf der Insel Usedom und im Süden an der Autobahn 11 bei Penkun.

Auf Usedom steht der Schutzzaun auf fünf der zehn Kilometer langen Landgrenze. Hier liegen alle Flächen in Landeseigentum. Auf dem Festland wurden bisher 12 von 52 Kilometern Zaun errichtet, vor allem auf Landesflächen. Jetzt lägen sogenannte Gestattungsverträge von etlichen privaten und kommunalen Waldeigentümern vor, so dass der Bau beginnen könne. Wo kein Eigentümer ermittelt werden konnte, ermöglichten die rechtlichen Bedingungen einen Zaunbaustart ab Mitte Oktober.

Der Schutzzaun soll rund 1,2 Millionen Euro kosten und etwa fünf Jahre stehen. Damit sollen infizierte Wildschweine daran gehindert werden, die für Menschen ungefährliche Tierseuche aus Polen nach Deutschland einzuschleppen. In Polen war die Seuche schon vor den Fällen in Brandenburg bei Wildschweinen aufgetreten. Der Zaunbau sei mit Bundesinnenministerium, Polen und dem Auswärtigen Amt abgestimmt. Um ein Einschleppen aus der Uckermark zu verhindern, hatte das Ministerium den Bau eines vollständigen Wildschutzzaunes entlang der Autobahn 11 Berlin-Stettin veranlasst.

Unsicherheitsfaktoren bleiben nach Auffassung von Backhaus aber. Schwarzwild könne auch gut schwimmen und die Grenze führt über 20 Kilometer Wasserfläche im Stettiner Haff, wo es keine Barriere geben wird. An offenen Straßenübergängen, wie etwa Hintersee, Rieth, Linken, Garz auf Usedom oder Blankensee, sollen Wildtiere durch Vergrämungsmittel verscheucht werden.

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