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Mecklenburg-Vorpommern Martin: Schulstart gut gelungen, Land stellte Lehrer ein

Bettina Martin (SPD) im Landtag. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

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Seit dieser Woche läuft in Mecklenburg-Vorpommern wieder der Unterricht. Der Schulstart war nach Einschätzung von Bildungsministerin Martin gut. Und das hatte auch mit Einstellungen zu tun.

Schwerin (dpa/mv) - Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat sich zufrieden mit dem Start in das neue Schuljahr gezeigt. Die Aufnahme des Schulbetriebs nach den sechswöchigen Sommerferien sei geordnet abgelaufen, der Unterricht könne auch dank der Einstellung von 657 neuen Lehrkräften planmäßig erteilt werden. "Wir haben in diesem Jahr zum ersten Schultag so viele Lehrkräfte neu einstellen können wie noch nie in Mecklenburg-Vorpommern", betonte Martin.

Damit machten sich die großen Anstrengungen des Landes, den Fachkräftebedarf an den Schulen zu sichern, bezahlt. 80 Prozent der Neueinstellungen hätten ein Lehramtsstudium absolviert, 20 Prozent seien Seiteneinsteiger. Der Bedarf an zusätzlichen Lehrern sei größer gewesen als noch im Frühjahr prognostiziert. Als Gründe nannte Martin unter anderem gestiegene Schülerzahlen und das Wiederholen von Klassenstufen. Allein wegen der coronabedingten freiwilligen Rückstellungen seien landesweit 70 Klassen zusätzlich eingerichtet worden.

Martin verwies erneut auf die geltenden Hygienevorschriften. Mit dem Tragen von Schutzmasken und regelmäßigen Corona-Tests solle die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt und die erneute flächendeckende Schließung von Schulen vermieden werden. Schüler, die mit ihren Eltern kürzlich Urlaub in Corona-Risikogebieten gemacht hätten, müssten noch einige Tage bis zum Schulbesuch warten.

"Ich bin sicher, dass die Eltern da sehr verantwortungsvoll handeln und ihre Kinder zu Hause lassen", sagte Martin. Allerdings seien bereits auch Fälle von coronainfizierten Schülern gemeldet worden. Zahlen nannte Martin nicht.

Nach Angaben der Ministerin sollen von der kommenden Woche an Impfaktionen an den Schulen für Schüler ab 16 Jahren stattfinden. Dazu laufe seit Schulbeginn am Montag eine Abfrage zur Impfbereitschaft. Je nach Bedarf könne dann an den Schulen geimpft werden. Dazu stünden landesweit 50 mobile Teams bereit.

Doch appellierte Martin erneut auch an noch nicht geimpfte Eltern, sich immunisieren zu lassen und damit das Risiko von Ansteckungen innerhalb der Familie zu verringern. "Jeder Geimpfte hilft uns, Schulschließungen zu verhindern und damit den Präsenzunterricht zu sichern", betonte die Ministerin. Im vorigen Schuljahr hatten wegen der hohen Infektionszahlen Schulen monatelang geschlossen und der Lehrstoff konnte nur via Internet vermittelt werden.

Am Dienstagvormittag hatte die Linke der Bildungspolitik der SPD/CDU-Landesregierung ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt und eine deutliche Aufstockung des Bildungsetats gefordert. "Das Land hat sich jahrelang auf Kosten der Schulen saniert", sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg bei einer Protestaktion am Marstall, dem Sitz von Bildungs- und Sozialministerium.

Mecklenburg-Vorpommern liege bei den Pro-Kopf-Ausgaben für die Bildung mit jährlich 7300 Euro knapp 1000 Euro unter dem Bundesdurchschnitt, sagte Oldenburg. Ihre Partei fordere daher 250 Millionen Euro mehr pro Jahr für die Schulen. Damit könnten die Pro-Kopf-Ausgaben auf 8800 Euro erhöht werden. Nach den Vorstellungen der Linken sollen von dem Extra-Geld 100 Millionen Euro in den Neubau und die Sanierung von Schulen fließen. 60 Millionen Euro wären zur Finanzierung eines kostenlosen und gesunden Mittagessens und 90 Millionen für die Verbesserung des Unterrichts bestimmt.

Martin verwies ihrerseits darauf, dass die Landesregierung die Mittel für die Bildung in dieser Legislaturperiode um insgesamt 200 Millionen Euro aufgestockt habe. Zudem gebe es aus dem Corona-Schutzfonds 100 Millionen Euro zusätzlich für den Schulbau. Und Bund und Land investierten 180 Millionen Euro in die Digitalisierung der Schulen. "Es obliegt der Opposition immer, Forderungen zu stellen. Ob die dann realistisch sind, müssen andere beurteilen", sagte Martin.

© dpa-infocom, dpa:210803-99-690505/3

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