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Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern erlebt ruhigen Oster-Auftakt

Ein Osternest mit Schokohase und Schokoladeneiern ist im Garten zwischen Frühlingsblumen versteckt. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild

(Foto: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild)

Die Menschen im Land halten sich weitgehend an die Corona-Regeln, auch zu Ostern. Bei den Tourismusbetrieben des Landes schrillen derweil die Alarmglocken.

Schwerin (dpa/mv) - Der Auftakt in die Ostertage ist in Mecklenburg-Vorpommern sehr ruhig verlaufen - es hat kaum Verstöße gegen die Corona-Regeln gegeben. Auch nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Greifswald, die Reisebeschränkungen für die Einwohner des Bundeslandes zu Ostern außer Vollzug zu setzen, ging die Zahl zurückgewiesener Autos an den Kontrollstellen der Polizei weiter zurück, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg am Karfreitag mitteilte.

Das OVG hatte die Reisebeschränkungen mit dem Hinweis auf einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht der Freiheit der Person begründet. Wie das Gericht mitteilte, ist der Paragraf 4a der entsprechenden Landesverordnung zwar geeignet, die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. Allerdings seien die mit der Vorschrift verbundenen Eingriffe unangemessen.

Zudem wurde bemängelt, dass nicht unbeträchtliche Bereiche Mecklenburg-Vorpommerns von der Beschränkung ausgenommen seien, darunter die Landeshauptstadt Schwerin und ihre Umgebung. Auch die Argumentation, angesichts fehlender Touristen über die Ostertage sei ausreichend Platz, um das Infektionsrisiko zu mindern, sei nicht von der Hand zu weisen gewesen.

Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern ist unterdessen bis Karfreitag (16.00 Uhr) um 15 auf 600 gestiegen. Die Zahl der Toten stagnierte erneut, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Freitag mitteilte. Sie liegt konstant bei 11.

Landesweit mussten oder müssen 87 Menschen in Kliniken behandelt werden. 15 davon liegen auf einer Intensivstation - also so viele wie am Vortag. Schätzungen zufolge gelten 297 als von der Covid-19-Erkrankung genesen.

Bei den Tourismusbetrieben des Landes schrillen derweil die Alarmglocken: Sollten die Reise-Einschränkungen wegen der gegenwärtigen Corona-Pandemie über den 19. April hinaus andauern, sieht die Branche in Mecklenburg-Vorpommern für sich schwarz. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Landestourismusverband am Karfreitag veröffentlichte. "Je länger die Krise dauert, desto mehr Existenzen stehen auf dem Spiel - diese Rechnung ist so einfach, wie sie wahr und traurig ist", sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes.

Nur zwölf Prozent der etwa 900 befragten Unternehmen würden es nach eigenen Angaben unter diesen Umständen noch bis zum September schaffen, durch die Krise zu kommen. 60 Prozent der teilnehmenden Hotels, Ferienwohnungsanbieter, Campingplätze, Tourist-Informationsstellen sowie Kurverwaltungen gaben an, maximal noch zwei Monate durchzuhalten, würde es eine Verlängerung der Einschränkungen geben. Bei einer Umfrage vor drei Wochen waren es lediglich 45 Prozent, die so antworteten. Der Anteil der Betriebe, die nach dem 19. April gar nicht weitermachen könnten, wuchs von 6 auf 20 Prozent.

Die Flüchtlingsinitiative Pro Bleiberecht will in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Schwerin durchsetzen, dass eine Petition wie geplant am Dienstag an das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern übergeben werden kann. Wie die Initiative am Freitag mitteilte, wurde die Übergabe der Petition vom Gesundheitsamt und vom Ordnungsamt in Schwerin wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht zugelassen. Titel der Petition: "Schutz vor Corona: Recht auf Abstand für Flüchtlinge in M-V".

"In den Aufnahmelagern leben mehrere Hundert Menschen auf engstem Raum. Innenministerium und Gesundheitsamt halten das für okay", sagte Initiativen-Sprecherin Hanna Berth: "Bei unserer Petitionsübergabe sollen 15 Menschen kommen, die unter freiem Himmel jeweils zwei Meter Abstand voneinander halten und Masken tragen. Das entspricht sogar den Bedingungen, die laut Verordnung derzeit für den öffentlichen Raum gelten, aber bei der Übergabe wäre angeblich das Infektionsrisiko zu groß."

Nach einem Bericht des "Nordkuriers" will sich der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein Bild von der Lage im Asylbewerber-Erstaufnahmeheim in Schwerin machen. Wie die Zeitung schreibt, soll je ein Vertreter der im Landtag sitzenden Fraktionen am kommenden Donnerstag einen Blick in das Innere des weitläufigen Areals vor den Toren der Landeshauptstadt in Stern-Buchholz werfen können. Darauf habe sich der Innenausschuss nach einer Telefonkonferenz geeinigt. In der Einrichtung war die Anzahl der nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Bewohner zuletzt auf 43 gestiegen.

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