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Mecklenburg-VorpommernEis blockiert Häfen im Greifswalder Bodden

20.02.2026, 16:36 Uhr
Bei-dem-sehr-dicken-Eis-kommen-selbst-Eisbrecher-mitunter-an-ihrer-Grenzen

Obwohl Tauwetter in Sicht ist, lassen der Winter und der Frost Mecklenburg-Vorpommern so schnell nicht los. Eis auf der Ostsee behindert vor allem im Nordosten des Bundeslandes den Schiffsverkehr.

Stralsund (dpa/mv) - Aufgrund des andauernden kalten Winterwetters und der starken Eisbildung auf der Ostsee sind derzeit mehrere Häfen im Greifswalder Bodden, darunter Stralsund, Ladebow, Vierow, Lubmin und Wolgast nicht erreichbar. Die Eisbarrieren im Landtieffahrwasser sowie der Fahrrinne bei Palmer Ort seien mittlerweile so mächtig, dass auch Einsatzfahrzeuge der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) an ihre Leistungsgrenzen kämen, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ostsee mit.

Selbst für Schiffe mit Eisklassen, die für 80 Zentimeter Eis geeignet seien, sei eine gefahrlose Passage dieser Barrieren derzeit nicht möglich. Die Eislage in der südwestlichen Ostsee stelle die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vor Herausforderungen, die es seit dem Rekordwinter 2011/12 nicht gegeben habe. Die Häfen Rostock und Wismar seien aber weiterhin erreichbar.

Neuer LNG-Tankeranlauf am Sonntag geplant

Der Eisdienst des WSA Ostsee erfolge auf Grundlage gesetzlicher Vorgaben sowie einer kontinuierlichen Lagebeobachtung. Aktueller Schwerpunkt sei der Hafen Mukran auf Rügen mit seinem LNG-Terminal. Im Fahrwasser zum Hafen würden das Eis aufgebrochen und Schiffe begleitet, um geplante Ein- und Ausgänge zu ermöglichen.

Das als Eisbrecher eingesetzte Mehrzweckschiff "Mellum" sowie der vom Bund gecharterte Notfallschlepper "VB Bremen Fighter" hätten heute die Abfahrt des LNG-Tankers "Minerva Amorgos" sowie des Schleppverbandes des Terminalbetreibers Deutsche Regas begleitet. Der nächste LNG-Tanker, die "Marvel Phoenix", werde voraussichtlich am Sonntag im Seegebiet eintreffen. Das Einlaufen in den Hafen sei derzeit ebenfalls für Sonntag geplant, vorbehaltlich der weiteren Eis- und Wetterentwicklung.

In besonders stark vereisten Bereichen – insbesondere im südlichen Greifswalder Bodden – ist laut WSA ein erfolgreicher Eisaufbruch derzeit nicht überall möglich. "Unsere Einsätze erfolgen nach klaren gesetzlichen und operativen Kriterien. Wo ein übergeordnetes öffentliches Interesse besteht und ein sicherer sowie wirksamer Eisaufbruch möglich ist, werden wir tätig", sagte die stellvertretende WSA-Leiterin Katrin Graese.

Vier Schiffe liegen in Häfen fest

Besonders betroffen von Eisbildung sind den Angaben zufolge die Wismarer Bucht, das Salzhaff, die Boddengewässer bei Darß und Zingst sowie die Gewässer rund um Rügen und der Greifswalder Bodden. Dort würden Eisstärken zwischen 15 und 50 Zentimetern gemessen. In den Häfen Lubmin und Vierow stecken nach NDR-Informationen derzeit vier voll beladene Schiffe fest. Durch das dicke Eis könnten Schiffe die Häfen weder ansteuern noch verlassen.

Das WSA Ostsee betonte, man habe die Schiffe, die derzeit im Greifswalder Bodden zum Auslaufen bereitstünden, ebenso im Blick wie diejenigen, die auf das Einlaufen in die Häfen Stralsund, Ladebow, Vierow, Lubmin und Wolgast angewiesen seien. Diese Schiffe würden eng mit den zuständigen Schiffsagenturen koordiniert, um die Konvoifahrten sicher und effizient zu ermöglichen.

Quelle: dpa

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