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Mecklenburg-Vorpommern Mehr junge Kegelrobben als je zuvor an MV-Ständen

Eine Kegelrobbe liegt auf einer Sandbank in der Sonne. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

"Achtung, rastende Robbe" ist zu lesen, wenn Helfer jungen Kegelrobben am Strand einen Ruheraum abstecken. Mindestens 30 Jungtiere sind in diesem Jahr an der Ostseeküste von MV gesichtet worden, so viele wie noch nie.

Stralsund (dpa/mv) - An den Ostseestränden in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr mehr junge Kegelrobben gesichtet worden als je zuvor. Etwa 30 Jungtiere wurden beobachtet, wie die Umweltorganisation BUND mitteilte. Als ein Grund gilt, dass wegen der Corona-Pandemie die Strände lange Zeit menschenleer waren. Zudem nimmt Wissenschaftlern des Deutschen Meeresmuseums Stralsund zufolge die Zahl der Ostsee-Kegelrobben zu, nachdem die Tiere vor 100 Jahren in Deutschland ausgerottet waren.

Die Robbenbabys werden größtenteils im zeitigen Frühjahr geboren. Wenn sie sich von ihren Müttern abnabeln und erstmals selbst auf Jagd nach Fischen gehen, müssen sie sich öfter und länger ausruhen als erwachsene Tiere. Sie sollten dann nicht durch Strandbesucher und Hunde beunruhigt werden. Auch seien sie nicht hilflos und müssten nicht in eine Robbenauffangstation gebracht werden, wie BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag deutlich machte.

Zuletzt ist Mitte Juni ein Jungtier bei Ahrenshoop gefunden und durch eine Absperrung gesichert worden, berichtete sie. Der BUND hat in 16 Gemeinden vom Klützer Winkel bis Greifswald Absperrausrüstungen deponiert, die bei Bedarf angefordert werden können. Auch Polizeistationen sollen mit den Robben-Sets aus Glasfaserstäben, Drahtlitze von der Rolle, Schildern mit der Aufschrift "Achtung, rastende Robbe" und Informationsmaterial ausgestattet werden. Helfer könnten damit ein Viereck abstecken, das zum Wasser hin offen ist, Strandbesucher aber möglichst 100 Meter von der Robbe entfernt hält.

Jungtiere wurden nach Angaben der Robben-Forscherin Linda Westphal in diesem Jahr vor allem rund um den Greifswalder Bodden gesichtet. Dort lebten ganzjährig 60 bis 70 Robben. Die Greifswalder Oie und der Große Stubber seien die am stärksten von Robben genutzten Liegeplätze vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns.

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