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Mecklenburg-Vorpommern Ministerin kündigt "Runden Tisch gegen Einsamkeit" an

Eine Frau steht in ihrer Wohnung am Fenster.

(Foto: Fabian Sommer/dpa/Illustration)

Schwerin (dpa/mv) - Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat einen "Runden Tisch gegen Einsamkeit" alter Menschen in Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. "Einsamkeit im Alter ist ein zunehmendes gesellschaftliches Problem", sagte Drese am Donnerstag im Landtag.

Senioren stellen nach ihren Worten die größte Bevölkerungsgruppe in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 565.000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Bundeslandes seien 60 Jahre und älter - gut 35 Prozent der Gesamtbevölkerung. "Wir haben mit 47,7 Jahren den dritthöchsten Altersdurchschnitt aller Bundesländer."

Drese kündigte die Erarbeitung von Strategien gegen Einsamkeit im Alter an. Ein Baustein soll dabei die Förderung des Engagements älterer Menschen sein. "Engagement ist ein wichtiger Schlüssel, um Einsamkeit vorzubeugen, Teilhabe zu ermöglichen und Gemeinschaft zu fördern", sagte sie und verwies auf inzwischen fast 800 sogenannte Seniortrainer im Land. Sie engagierten sich nach einer Ausbildung beispielsweise beim Vorlesen in Kindertagesstätten, als Job- oder Familienpate oder als Wunschoma oder -opa. Andere würden als "Silversurfer" ihren Altersgenossen beim Umgang mit Smartphone, Tablet oder Computer helfen.

Die FDP forderte die Erstellung eines Einsamkeitsberichts, der alle Bevölkerungsgruppen einbezieht. "Einsamkeit hat viele Gesichter und ist keine Frage des Alters", sagte die Abgeordnete Barbara Becker-Hornickel. Dennoch treffe sie gerade viele ältere Menschen. "Sie schleicht sich unmerklich ins Leben ein und kann krank machen." Die seniorenpolitische Sprecherin der Linken, Elke-Annette Schmidt, betonte, in der Seniorenpolitik müsse es um mehr gehen als um Pflege und Versorgung.

Die SPD-Abgeordnete Christine Klingohr betonte die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die Älteren, um Gemeinschaft auch in den ländlichen Gebieten besser zu ermöglichen. "Die Vorteile, die Videokonferenzen in der Arbeitswelt bieten, können eins zu eins auch dazu beitragen, Seniorinnen und Senioren näher zusammenzubringen, auch wenn sie über Dörfer verstreut leben", sagte sie. Auch der Kontakt zum Arzt könne so für beide Seiten vereinfacht werden. Dies könne umständliche Fahrten vermeiden helfen.

Für die Grünen verwies die Abgeordnete Anne Shepley auf die Ergebnisse der Enquetekommission zum Leben im Alter in MV vor sechs Jahren. Diesen müsse Rechnung getragen werden, sagte sie. Das Land müsse endlich die gesetzlichen Grundlagen für die Umsetzung schaffen.

Quelle: dpa

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