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Mecklenburg-Vorpommern Ministerium: Keine Präsenzpflicht für Abschlussklassen

Bettina Martin (SPD), Bildungsministerin Mecklenburg-Vorpommern, mit Mundschutz. Foto: Frank Hormann/dpa/Archivbild

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Schwerin (dpa/mv) - Das Schweriner Bildungsministerium hat seine Entscheidung bekräftigt, Schülern der Abschlussklassen Unterricht in der Schule anzubieten, auf eine Pflicht zur Teilnahme aber zu verzichten. Die Präsenzpflicht an den Schulen bleibe angesichts der Corona-Pandemie aufgehoben, betonte Ministeriumssprecher Henning Lipski am Freitag. Er reagierte damit auf Forderungen der Landtagsopposition, den Besuch des angebotenen Präsenzunterrichts für die Abschlussklassen zur Mittleren Reife und zum Abitur verpflichtend zu machen.

Mit der Aussetzung der Präsenzpflicht in den Schulen halte sich Mecklenburg-Vorpommern an einen Beschluss von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, erklärte Lipski. Das sei ganz wichtig. "Wir bieten aber den Abschlussklassen die Möglichkeit, in die Schule zu gehen." Am Donnerstag hätten an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen 71,3 Prozent der Schüler von dem Angebot Gebrauch gemacht. Wer nicht teilnehme, erhalte Fernunterricht. Am selben Tag hatte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) eine Verschiebung des Beginns der schriftlichen Abiturprüfungen um zehn Tage auf den 23. April angekündigt.

Die AfD verlangte, den Besuch der Abschlussklassen trotz Corona verpflichtend zu machen. "Die Schüler können nur dadurch eine bessere Prüfungsvorbereitung erhalten", sagte der schulpolitische Sprecher der größten Oppositionsfraktion im Landtag, Jens-Holger Schneider. Es dürfe keine halben Sachen geben. Auch die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, hatte eine Präsenzpflicht für die Abschlussklassen gefordert. Ohne diese bleibe es weiter im Ermessen der Eltern und Schüler, den Unterricht zu besuchen. So sei eine gute Prüfungsvorbereitung für alle Seiten nicht möglich.

Die Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) unterstützt den Weg der Landesregierung, wie der Landesvorsitzende Michael Blanck sagte. Es sei richtig, den Schülerinnen und Schülern mehr Zeit zur Prüfungsvorbereitung zu geben, aber dann auch vergleichbare Abschlussarbeiten abzuverlangen. Blanck forderte, bereits jetzt mit der Organisation zu beginnen. "Dazu gehört auch, dass sich Schulträger jetzt um große Räume kümmern, in denen die schriftlichen Prüfungen auch unter dem Aspekt eines guten Gesundheitsschutzes durchgeführt werden können." Dabei müsse auch der Einsatz von Luftfilteranlagen geprüft werden.

© dpa-infocom, dpa:210122-99-130171/3

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