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Mecklenburg-Vorpommern Mittschiff der "Global Dream" ausgedockt: Schiff in Arbeit

Am Standort Warnemünde der MV Werften wird das Mittschiff der

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa)

In Warnemünde hieß es am Freitag Abschied nehmen. Das 57 Meter hohe Mittelschiff des Kreuzfahrtschiffes "Global Dream" wurde aus dem Dock gezogen. Dann ging es für den Schiffskörper auf die Reise nach Wismar.

Rostock (dpa/mv) - Zentimeter für Zentimeter, mit einem Meter pro Minute, bewegt sich der riesige Schiffskörper aus dem Dock in Warnemünde heraus. 216 Meter ist er lang und 20 Decks hoch. Es herrscht eine angespannte Atmosphäre bei MV Werften in Warnemünde. Wo in den vergangenen Tagen fast 2000 Arbeiter gut zu tun hatten, sind am Freitag nur rund 100 Menschen zugange. 20 Monate lang war das Mittelteil des Global-Class-Kreuzfahrtschiffs "Global Dream" Meter um Meter in die Höhe gewachsen. Die Baufortschritte waren für Anwohner und Passagiere der Skandinavien-Fähren regelmäßig zu bestaunen.

Nun heißt es - auch für viele Schaulustige an der Warnow - Abschied nehmen von dem Koloss. Er wird der bestimmende Teil des größten Schiffes sein, das je in Deutschland gebaut wurde, wie der Sprecher der MV-Werften, Stefan Sprunk, sagt. Am Samstag wird der 55 000 Tonnen schwere Koloss in Wismar erwartet. Dorthin werden ihn sechs Schlepper über die offene Ostsee bei einer Reisegeschwindigkeit von vier Kilometern pro Stunde geleiten. In der Schwesternwerft sollen der vordere und hintere Teil angebaut und das Schiff ausgerüstet werden.

Zunächst musste das riesige Mitschiff jedoch erst aus dem Dock und auf die Warnow gedreht werden, was gegen 17 Uhr auch gelang. "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung unserer Kollegen und Partner bei diesem gigantischen Projekt", bekräftigt MV-Werften-Chef Peter Fetten. Und Produktionsleiter Tomas Marutz betont: "Für uns als MV-Werften ist das ein Riesenevent." Das Unternehmen sei mit der neuen Ausrichtung im Bau von Kreuzfahrtschiffen noch sehr jung. Es sei das erste Mal, dass eine so große Schwimmsektion ausgeschwommen werde. "Man muss Ehrfurcht und Respekt haben, aber keine Angst", erklärt er.

2021 wird den Plänen zufolge das dann insgesamt 342 Meter lange Schiff in See stechen. Die früheren Angaben zufolge rund 1,5 Milliarden Euro teure "Global Dream" ist für den asiatischen Markt konzipiert und kann bis zu 9500 Passagiere sowie 2200 Crewmitglieder aufnehmen.

Doch bis dahin ist noch viel zu tun. "In Wismar ist das Dock schon geflutet", sagt Produktionsleiter Ralf-Dieter Reigl. Von einem Tor getrennt wartet in einem trockenen Dockteil eine weitere Sektion darauf, mit dem Mitschiff verbunden zu werden. "Das Schiff wird verheiratet", wie Reigl in seinem Fachjargon erzählt.

"Diese Arbeit hat vielen Menschen eine Zukunft gegeben", sagt Reigl. Damit sei auch die Hoffnung verbunden, dass es mit dem Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern weitergehe. "Das ist ein ganz besonderer Tag", bekräftigt er zur Verabschiedung des Mittschiffs, in dem rund zehn Millionen Arbeitsstunden stecken.

Für die Werftarbeiter in Warnemünde gibt es nun nur ein langes Wochenende. Das zweite Global-Class-Schiff ist in Warnemünde wie auch an den Standorten in Wismar und Stralsund bereits in Arbeit. Am 9. Dezember werde es in Warnemünde auf Kiel gelegt, kündigt Sprunk an.

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