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Mecklenburg-Vorpommern Neue Prognose zur Bevölkerungsentwicklung in MV

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Bevölkerungsprognosen liefern der Politik wichtige Entscheidungshilfen. Welche Folgen falsche Prognosen haben, zeigte sich in jüngerer Vergangenheit bei den Kitas im Nordosten.

Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommern muss wegen der seit Jahren stabilen Geburtenzahlen, den Rückkehrern und der Zuwanderung seine Erwartungen zur Bevölkerungsentwicklung korrigieren. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) will die neue Prognose am Dienstag im Kabinett vorlegen und danach (12.00 Uhr) in der Landespressekonferenz auch der Öffentlichkeit präsentieren. Die letzte Vorhersage datiert aus dem Jahr 2008, war aber 2012 aktualisiert wurde.

Demnach sollte die Bevölkerungszahl einer mittleren Variante gemäß von damals knapp 1,7 Millionen auf deutlich unter 1,6 Millionen im Jahr 2019 und unter 1,5 Millionen im Jahr 2030 sinken. Seit mehreren Jahren aber hat sich die Einwohnerzahl im Nordosten bei etwa 1,6 Millionen eingepegelt.

Es wird damit gerechnet, dass die neue Prognose von deutlich geringeren Verlusten ausgeht, als bislang erwartet. So wies die Statistik für das Jahr 2017 etwa 5000 mehr Zuzüge von Deutschen aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern aus als Fortzüge. Die Demografen waren in früheren Schätzungen noch von dauerhaften Wanderungsverlusten ausgegangen.

Die Bevölkerungsprognosen gelten als wichtiges Entscheidungskriterium für die Landesregierung, insbesondere wenn es um die Infrastruktur geht. Dazu gehört die Schulplanung, die Bereitstellung von Kita-Plätzen oder die medizinische Versorgung. Deshalb spielt auch die künftige Altersstruktur eine maßgebliche Rolle. So war bislang erwartet worden, dass sich der Anteil der Über-65-Jährigen bis 2030 auf knapp 32 Prozent erhöht. 1990 hatte Anteil der Senioren mit 15,7 Prozent nur halb so hoch gelegen. Die Entwicklung bei den Unter-20-Jährigen ist gegenläufig. Doch gingen die Geburtenzahlen nicht so stark zurück wie vorhergesagt. Zwischenzeitlich gingen sie sogar wieder nach oben, was örtlich zu Platzmangel in Kitas führte.

Aktualisierte Bevölkerungsprognose von 2012

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