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Mecklenburg-Vorpommern Neuverhandlungen zu Geburtsstation starten nächste Woche

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Die Landesregierung scheint entschlossen, alles für den Erhalt der Entbindungsstation in Crivitz zu tun. Auch rechtliche Mittel sollen geprüft werden. Die Neuverhandlungen sollen nächste Woche beginnen.

Schwerin (dpa/mv) - Die Politik hat den Kampf um den Erhalt der Station für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Mediclin-Krankenhaus Crivitz gestartet. Vertreter der Staatskanzlei, der Kommune und des Landkreises Ludwgislust-Parchim trafen sich am Donnerstag zu einem ersten Gespräch in Crivitz. Am späten Nachmittag demonstrierten dort nach Polizeiangaben rund 500 Menschen. Am Freitag will Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mit Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm (parteilos) sprechen. Kommende Woche werde er dann mit den Klinikbetreibern Gespräche führen, kündigte Glawe am Donnerstag im Landtag in Schwerin an.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bat Glawe, alle rechtlichen Mittel gegenüber den Trägern zu prüfen. "Es entspricht unserem Verständnis, dass Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern eine breite gesundheitliche Versorgung anbieten, auch in ländlichen Regionen." Die Gesundheit der Menschen sei kein Rosinenpicken.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge aus Wismar wies in einem Offenen Brief darauf hin, dass der Bund das Krankenhaus in Crivitz vom kommenden Jahr an mit 400 000 Euro im Jahr unterstützen wird, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu stärken. Die Entscheidung der Klinikleitung mache ihn deshalb fassungslos.

"Ich habe den Auftrag von der Ministerpräsidentin nachzuverhandeln. Das wird nächste Woche passieren", sagte Glawe. Die entscheidende Frage sei, ob es gelinge, zehn Ärzte zu finden. Diese Anzahl sei nötig, um die Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe sowohl in Parchim als auch in Crivitz erhalten zu können.

Glawe hatte zuvor Plänen des Mediclin Krankenhauses in Crivitz und der Asklepios Klinik Parchim (beides Landkreis Ludwigslust-Parchim) zugestimmt, ihre Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe in Parchim zu bündeln. Das hatte nicht nur in Crivitz für massive Proteste verursacht, weil es das Ende für die bei werdenden Müttern beliebte Geburtshilfe-Station bedeuten würde.

Auch in der SPD/CDU-Koalition hatte Glawes Vorgehen für Turbulenzen gesorgt. "Auch ich bin von der Entscheidung überrascht worden, und ich halte sie für falsch", hatte Schwesig vor der Kabinettssitzung am Dienstag deutlich gemacht. Glawe wurde beauftragt, zu einer anderen Lösung zu kommen, mit der die Geburtsstation erhalten wird.

In Crivitz und in Parchim, wo die Kinderstation dauerhaft durch eine ambulante Versorgung ersetzt werden soll, sind weitere Bürgerproteste und Mahnwachen geplant. Am Freitag befasst sich der Landtag per Dringlichkeitsantrag mit dem Thema.

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