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Mecklenburg-Vorpommern Prozess um angezündete Frau: Affekthandlung möglich

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/)

Neubrandenburg (dpa/mv) - Der wegen versuchten Mordes angeklagte Polizist, der eine ehemalige Sex-Partnerin angezündet haben soll, kann womöglich auf eine Strafmilderung hoffen. Wie der psychiatrische Gutachter Thomas Kasten am Montag am Landgericht Neubrandenburg erklärte, könnte sich der Angeklagte bei der Tat im Oktober 2021 in der Wohnung des Brandopfers in einem "affektiven Ausnahmezustand" befunden haben. Anders sei nicht zu erklären, dass ein erfahrener Polizist wie er mit dem Ausbringen von Brennspiritus und Feuer seine Spuren beseitigen wollte, was sowieso nicht ganz gelingen konnte.

Der 56-jährige Kriminalpolizist aus dem Landkreis Rostock hatte gestanden, seine 33-jährige Bekannte und ihre Mutter damals überraschend in Neubrandenburg besucht und sie im Streit attackiert zu haben. Laut Anklage soll er beide Frauen bewusstlos geschlagen und die Jüngere mit Brennspiritus in Brand gesetzt haben. Dann war er geflohen. In dem Streit soll es um die Vaterschaft für ein einjähriges Mädchen gegangen sein, das ebenfalls in der Wohnung war.

Der Angeklagte hatte erklärt, dass das Feuer im Wohnungsflur wieder erloschen gewesen sein soll, als er floh. Das Kind und die Großmutter wurden gerettet, die 33-Jährige überlebte mit schweren Brandverletzungen. Der Angeklagte, der 35 Jahre bei Polizei arbeitete, wurde nur wenige Stunden später an seinem Wohnort gefasst. Die Plädoyers und das Urteil sollen am Dienstag folgen.

Quelle: dpa

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