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Mecklenburg-Vorpommern Prozess wegen versuchten Totschlags: Ex-Freundin sagt aus

Die Statue Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: Peter Steffen/Archivbild

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Ein Mann mit zwei Gesichtern? Die Ex-Freundin schildert den Angeklagten im Prozess um versuchten Totschlag an zwei Prostituierten als liebevollen Menschen.

Rostock (dpa/mv) - Im Prozess gegen einen 28 Jahre alten Rostocker wegen zweifachen versuchten Totschlags an zwei Prostituierten ist die Ex-Freundin des Angeklagten als Zeugin vernommen worden. Ihr habe er kurz nach der ersten Tat gesagt, "dass er jemandem wehtun wollte", berichtete die 23-Jährige am Mittwoch im Landgericht Rostock.

Dem Auszubildenden wird zur Last gelegt, im Oktober 2018 eine 33-jährige und im Januar 2019 eine 40-jährige Frau in seiner Wohnung gewürgt und mit einem Messer verletzt zu haben. Beide Opfer hatte er über eine Internet-Plattform kontaktiert und eingeladen. Das erste Opfer konnte schwer verletzt zu Nachbarn fliehen und die Polizei alarmieren. Damals blieb der Angeklagte auf freiem Fuß. Nach dem Angriff auf die zweite Frau drei Monate später rief der Angeklagte selbst die Polizei und wurde festgenommen.

Die ehemalige Freundin, die sich vom Angeklagten nach dem ersten Vorfall trennte, schilderte ihn als rücksichtsvollen, hilfsbereiten und liebevollen Menschen. "Ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass er niemandem etwas antut", sagte sie vor Gericht. Am Abend der ersten Tat sei sie nicht zuhause in der gemeinsamen Wohnung gewesen. Der Angeklagte habe ihr noch eine Mail geschickt, so berichtete sie, dass er sie vermisse. In ihrem gemeinsamen Intimleben sei ihr nie etwas Besonderes aufgefallen, sagte die Zeugin weiter. Der Vorsitzende Richter hatte sie danach gefragt, da das Gericht auch mögliche sexuelle Motive für die Taten aufklären will.

Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag im Juli ausgesagt, er könne sich an Details der Angriffe auf die beiden Frauen nicht erinnern. Er wollte aber nicht bestreiten, was er ihnen angetan haben soll. Unter anderem will er viel Alkohol getrunken haben. Der Prozess wird am Donnerstag mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt.

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