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Mecklenburg-Vorpommern Rostocker Bürgerschaft stimmt für Bundesgartenschau 2025

Autos parken am Rostocker Stadthafen, wo der Ausgangspunkt einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke geplant ist. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Viele Jahre wurde in Rostock über die Bundesgartenschau diskutiert, nun ist es klar - sie kommt. Auch wenn noch viele Fragen offen bleiben, stimmte die Bürgerschaft dem 142-Millionen-Euro Projekt zu.

Rostock (dpa/mv) - Die Bundesgartenschau 2025 in Rostock kann kommen. Die Bürgerschaft der Hansestadt stimmte am späten Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit für die von der Verwaltung vorgelegten Pläne. Befürworter wie Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sahen in der Buga den zentralen Beschleuniger für die Stadtentwicklung der kommenden zehn Jahre. Er machte deutlich, dass die Vergabe von Fördermitteln von Bund und Land für Investitionsprojekte an die Schau gebunden seien. Eine solche Chance werde nicht wiederkommen. Madsen räumte jedoch ein, dass nicht alles durchgeplant sei und ein solch großes Projekt Überraschungen berge.

Auf der Buga-Agenda stehen unter anderem der Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Warnow, ein neuer Stadtpark auf einer alten Mülldeponie auf der östlichen Warnowseite oder der Bau eines Wohnquartiers. Kosten von 142 Millionen Euro sind angesetzt, 101 Millionen Euro davon würden von Bund und Land bereitgestellt. Madsen sprach von einer Wertschöpfung von einer halben Milliarde Euro und dass die Kassen von Land und Bund bald leer sein werden. Er wolle nicht künftig an der Warnow stehen und sagen, hier hätte mal eine Brücke sein können.

Die Vorsitzende der Linken-Bürgerschaftsfraktion, Eva-Maria Kröger, kritisierte, dass die veranschlagten 142 Millionen Euro schnell übertroffen werden könnten. Zudem gebe es angesichts der Corona-Pandemie und deren nicht absehbaren Folgen wichtigere Zukunftsfragen als eine Buga auszurichten. Alle Projekte konzentrierten sich rund um den Stadtpark, das sei keine Stadtentwicklung, betonte Kröger.

Vor allem mit Blick auf die kommenden Probleme, die durch die Corona-Pandemie auf die Stadt zukommen, sei es wichtiger, sich um Schulen, Kitas oder Straßenbahnen zu kümmern. Zudem müssten für die Buga alle verfügbaren Ressourcen gebündelt werden. Alle anderen Projekte würden hinten runterfallen, befürchtete Kröger.

Daniel Peters (CDU) hatte in der Debatte betont, dass eine Ablehnung der Buga einen großen Imageschaden für die Stadt zur Folge gehabt hätte. Er zeige sich davon überzeugt, dass die Kritiker am Ende sagen, dass das Projekt gut gelungen sei. Die Rostocker werden sich künftig fragen, wie die Einwohner der Hansestadt zuvor ohne diese Brücke hätten leben können, betonte Andrea Krönert (Grüne). Julia Kristin Pittasch (FDP) sprach beim Zeitdruck von einem "krassen Faktor", der aber die Umsetzung des Gesamtprojekts beschleunigen werde.

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