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Mecklenburg-Vorpommern Schutzzone gegen Schweinepest soll erweitert werden

Ein Sperrzaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Wegen eines weiteren Verdachtsfalls der Afrikanischen Schweinepest soll die bereits bestehende Schutzzone im Kreis Ludwigslust-Parchim erweitert werden. Wegen der Grenznähe zu Brandenburg stimmen sich die betroffenen Kreise und Landesstellen eng ab.

Schwerin/Parchim (dpa/mv) - Wegen der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest unter Wildschweinen im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird die bereits abgesperrte Kernzone rund um Marnitz erweitert. Zusätzlich zu den bereits gebauten 40 Kilometer an elektrifiziertem Zaun sollen auf dem Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern 20 Kilometer und in Brandenburg weitere 10 Kilometer hinzukommen, hieß es von Landrat Stefan Sternberg bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Hier sei man jedoch noch in Absprachen zu Details.

Wie Landesagrarminister Till Backhaus anfügte, soll die Schutzzone im Nordosten wie ein Schirm in Richtung des Nachbarbundeslandes erweitert werden. Als Zeitrahmen für die Erweiterung, die am Freitag beginnen soll, nannte der Minister 3 bis 4 Tage.

Das Ministerium hatte am Morgen mitgeteilt, dass im Süden des Landes an der Grenze zu Brandenburg erneut ein totes Wildschwein entdeckt wurde, bei dem der begründete Verdacht auf eine Infektion mit dem für Schweine tödlichen Erreger besteht. Der Fundort liege außerhalb der Kernzone der vorsorglich eingerichteten Sicherheitsgebiete, die nach ersten Infektionsfällen im Landkreis Ludwigslust-Parchim festgelegt worden waren. Die Gesamtzahl aus bestätigten Fällen und Verdachtsfällen stieg laut Backhaus in der Region damit auf sieben.

Wie es weiter hieß, seien sowohl die Fälle unter Wildschweinen in der Region Marnitz, als auch unter Nutztieren im Landkreis Rostock bei Lalendorf vom Typ 3 Brandenburg. Der Minister schloss daraus, dass die Seuche von dort in den Nordosten gelangt sei. Besonders ein Truppenübungsplatz in Grenznähe zu Mecklenburg-Vorpommern, in dem eine hohe Dichte an Wildschweinen vermutet wird, ist laut Backhaus im Visier der Behörden. Noch sei jedoch nicht bewiesen, dass der Truppenübungsplatz in Verbindung mit dem Schweinepestausbruch steht.

Backhaus stellte fest, dass es das Ziel sein müsse, den Krisenherd auszulöschen, um die Seuche zu stoppen. Um den Umkreis des aktuellen Fundorts abzusuchen, soll auch der Hubschrauber des Landes, eine Drohne und Suchhunde eingesetzt werden. Die betroffenen Landkreise auf beiden Seiten der Ländergrenze - Ludwigslust-Parchim und der Brandenburger Kreis Prignitz - stimmen sich den Angaben zufolge aktuell eng mit den Landesagrarministerien und den Landestierärzten ab. Minister und Landrat richteten sich zudem an die Jäger: Sie sollen bei Drückjagden besondere Vorsicht walten lassen und das zugehörige Hinweispapier des Ministeriums zur Schweinepest beachten.

Nutztierhalter im Kreis Ludwigslust-Parchim müssen sich indes weiter keine Sorgen machen: Backhaus zufolge sei keine Übertragung auf den Haustierbestand bekannt. Im Gegensatz zu den Betrieben im Kerngebiet um Lalendorf sei die Verwertung also nicht eingeschränkt worden. Für die dortige Sperrzone werde nach Lösungen gesucht, so Backhaus.

In einem Mastbetrieb in Lalendorf war Mitte November der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest, die für Menschen ungefährlich ist, im Nordosten bestätigt worden. 4000 Tiere in dem Stall wurden getötet. Lalendorf und Marnitz liegen etwa 60 Kilometer voneinander entfernt. Mecklenburg-Vorpommern ist nach Brandenburg und Sachsen das dritte Bundesland, in dem die Tierseuche nachgewiesen wurde.

© dpa-infocom, dpa:211202-99-228926/3

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