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Mecklenburg-Vorpommern Schwesig für gesetzliche Corona-Notbremse

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Ministerpräsidentin Schwesig zeigt sich offen für die Regelung von Corona-Auflagen per Bundesgesetz. Die Inzidenz lag in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag bei 124. Die Lage auf den Intensivstationen ist angespannt.

Schwerin (dpa/mv) - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig das Tempo erhöhen. Die SPD-Politikerin stellte sich zugleich hinter Pläne für bundesweit einheitliche Regelungen. "Wir sind offen für die Gesetzesänderung, wir finden schon lange, dass bestimmte Beschränkungen und auch Instrumente in ein Bundesgesetz gehören. Zum Beispiel die Ausgangsbeschränkungen", sagte Schwesig am Samstag den Sendern RTL und ntv.

Schwesig forderte mehr Unterstützung vom Bund - beispielsweise für die Gastronomie. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfe nicht nur vorschreiben, was verboten sei, sondern müsse auch sagen, wie sie helfe. "Und wenn die Bundeskanzlerin in ein Bundesgesetz festschreiben will, dass über einem Inzidenzwert 100 bestimmte Bereiche geschlossen sind, wie zum Beispiel die Gastronomie, dann muss sie auch die Bereiche entschädigen. Die Überbrückungshilfen reichen nicht mehr aus!"

Im Nordosten stieg die Zahl nachgewiesener Corona-Neuinfektionen am Sonntag um 180. Das waren aber 161 Fälle weniger als am Samstag und 32 weniger als am Sonntag vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion Gestorbenen erhöhte sich um 4 auf 907. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank landesweit leicht von 124,8 auf 124,0. Vor einer Woche hatte sie bei 92,3 gelegen.

Die Lage auf den Intensivstationen der großen Kliniken im Nordosten ist den Angaben zufolge angespannt, aber stabil. Am Sonntagnachmittag lagen dem Divi-Register zufolge landesweit 75 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, von denen knapp zwei Drittel beatmet werden. Rund 100 Intensivbetten sind demnach noch frei, die aber nicht alle für Covid-Fälle zur Verfügung stehen, sondern auch für Unfallopfer oder Schlaganfallpatienten. Die bisher höchste Zahl intensivbetreuter Covid-Patienten war am 19. Januar mit 100 erreicht worden.

Regierungschefin Schwesig sagte nach Besuchen im Impfzentrum Wismar und einem Schnelltestzentrum in Rostock am Samstag: "Das Impfen ist unser Schlüssel, um Schritt für Schritt aus der Pandemie zu kommen. Deshalb müssen wir beim Impfen insgesamt schneller werden". Testen sei doppelt wichtig. "Wir können so bisher unentdeckte Fälle identifizieren und Infektionsketten unterbrechen." Zudem böten Tests die Möglichkeit, "Bereiche offenzuhalten, die sonst vielleicht schließen müssten."

Unterdessen kritisierte die CDU die ab Montag in den Kitas im Nordosten geltenden erweiterten Testregelungen und Schutzmaßnahmen als "völlig überzogen". Mit der PCR-Testpflicht für Kinder mit Erkältungssymptomen habe sich Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) "vergaloppiert", sagte der familienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Peters und sprach von einem Paradigmenwechsel. "Denn bislang verzichten wir bei den Kleinsten aus gutem Grund auf einen Test, der für Kinder, die bekanntermaßen oft schon im Alter von einem Jahr die Kita besuchen, verstörend wirkt." Kinder seien nach wie vor nicht "die Treiber der Infektion".

Drese hatte am Freitag angekündigt, dass Kinder mit Erkältungssymptomen, Fieber, Durchfall oder Erbrechen vor dem Kita-Besuch von einem Haus- oder Kinderarzt mittels PCR-Test auf eine Corona-Infektion hin untersucht werden müssen. Bei negativem Test und milder Krankheitssymptomatik soll der Besuch einer Kita oder Kindertagespflegestelle weiter möglich sein. Bei einem positiven Ergebnis oder wenn Eltern einen Test ablehnen, dürfen Kinder die Einrichtungen mindestens sieben Tage lang nicht besuchen.

© dpa-infocom, dpa:210410-99-154923/3

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