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Mecklenburg-Vorpommern Start der Sanddorn-Ernte in Mecklenburg-Vorpommern

Sanddornbeeren hängen an einem Busch. Foto: Jens Büttner/Archivbild

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Die "Zitrone des Nordens" ist reif. Als erstes begann das Unternehmen Storchennest in Ludwigslust mit der Sanddornernte. Eine Woche später will der zweite große Anbauer Forst Schneebecke bei Marlow starten.

Ludwigslust (dpa/mv) - Die Sanddorn-Ernte in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen. Den Auftakt machte am Montag die Sanddorn Storchennest GmbH in Ludwigslust. Rund 15 Erntehelfer schneiden die Zweige mit den orangefarbenen, saftreichen Beeren von den Sträuchern. "Zum Start hatten wir dafür bestes Wetter", sagte Geschäftsführerin Silvia Hinrichs der Deutschen Presse-Agentur. Im Betriebshof würden die Beeren dann schockgefrostet, maschinell von den Zweigen gelöst und dann an Verarbeiter geliefert.

Die Ernte werde sich über etwa sechs Wochen erstrecken. Angebaut werden nach Hinrichs Worten verschiedene Sorten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen. Sie zeigte sich nach der mageren Ausbeute im extrem trockenen Vorjahr für dieses Jahr optimistischer. Die Beeren seien etwas größter, sagte Hinrichs. Eine Ernte-Prognose wollte sie aber nicht abgegeben. Es sei schwer einzuschätzen. 2018 waren nur 35 Tonnen statt der sonst üblichen 70 Tonnen geerntet worden.

Üblicherweise wird jedes Jahr auf wechselnden Teilflächen der zusammen rund 120 Hektar großen Plantagen geerntet, um den anderen Sträuchern Gelegenheit zur Erholung zu geben. "Dieses Jahr werden wir aber alles ernten, was geht", kündigte Hinrichs an. Hintergrund ist das seit einigen Jahren beobachtete Sanddorn-Sterben, dessen Ursache noch immer nicht ermittelt ist. "Wir wissen nicht, was nächstes Jahr noch steht", machte Hinrichs deutlich.

Der mit 60 Hektar zweite große Sanddorn-Anbauer im Nordosten, die Firma Forst Schneebecke in Alt Steinhausen bei Marlow (Landkreis Vorpommern-Rügen), will kommenden Montag mit der Ernte beginnen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen, das nach eigenen Angaben seine Plantagen intensiver bewirtschaftet und auch bewässert, 120 Tonnen geerntet. Dieses Jahr rechne er mit 50 bis 60 Tonnen, sagte Benedikt Schneebecke. Zum einen stehe dieses Jahr eine geringere Fläche zur Ernte an. Hinzu komme, dass eine Plantage, auf der geerntet werden sollte, dem Sanddorn-Sterben zum Opfer gefallen sei. Dies mache etwa 15 Tonnen aus.

Sanddorn enthält wichtige Vitamine und Omega-3-Fettsäuren. Er kommt in der Regel als Fruchtmus oder als Fruchtsaft in den Handel. Getrocknete Beeren verleihen Früchtetees ein besonderes Aroma. Aus den Kernen wird Pflanzenöl gewonnen, das unter anderem bei der Herstellung von Hautcremes verwendet wird.

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