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Mecklenburg-Vorpommern Studie: Enorme Unterschiede bei Müllgebühren

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Hamburg/Schwerin (dpa/mv) - Bei den Müll-, Wasser- und Abwassergebühren gibt es einer Studie zufolge in Mecklenburg-Vorpommern enorme Unterschiede. Kostet eine 100-Liter-Tonne Hausmüll demnach bei wöchentlicher Leerung in Rostock 919,88 Euro, sind es im Landkreis Vorpommern-Rügen mit 3016,29 Euro mehr als dreimal so viel. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim müssten jährlich 1184,04 Euro bezahlt werden, teilte der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Sonntag mit.

In der öffentlichen Debatte gehe es ständig um zu hohe Mieten - die Preisentwicklung bei den Gebühren spiele dabei aber kaum eine Rolle. "Dabei entwickeln sich die Wohnnebenkosten längst zu einer zweiten Miete", sagte VNW-Direktor Andreas Breitner.

In der Studie untersuchte der Verband auch die Gebühren für Wasser und Abwasser. Wie ein roter Faden ziehe sich durch alle Ergebnisse, dass in den westlichen Landkreisen die Verbraucher erheblich weniger zur Kasse gebeten würden als im Osten Mecklenburg-Vorpommerns, sagte Breitner. Im Landkreis Vorpommern-Rügen liege der mittlere Wert (Median) für die Wasser- und Abwassergebühr bei 5,16 Euro pro Kubikmeter, im Landkreis Nordwestmecklenburg nur bei 3,94 Euro. Alle drei östlichen Landkreise lägen deutlich vor dem Westteil des Landes.

Breitner räumte ein, dass die unterschiedliche geografische Lage, die Infrastruktur, die Bevölkerung und die Größe sowie die Zusammensetzung der Wohnungsbestände einen Vergleich der Regionen schwierig machten. "Dennoch werfen die teils erheblichen Unterschiede Fragen zum Beispiel zur Kalkulation von Personal- und Sachkosten auf", meinte er.

Die Studie legte happige Preissteigerungen in den vergangenen Jahren offen: Zwischen 2018 und 2020 stiegen im Landkreis Vorpommern-Rügen die Müllgebühren demnach um 14,7 Prozent und im Landkreis Nordwestmecklenburg um 10,7 Prozent. "In den meisten Landkreisen lagen die Gebührensteigerungen deutlich oberhalb der allgemeinen Preissteigerungsrate", sagte Breitner. "Hier ist die öffentliche Hand der Preistreiber." Breitner forderte "volle Transparenz" bei den Müll-, Wasser- und Abwassergebühren.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-529105/2

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