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Mecklenburg-Vorpommern Trinkröhrchen aus Schilfrohr als Alternative zu Plastik

Hannes Subklew, einer der Gründer des Start-up Rohalm, hält ein Bündel Trinkhalme aus Reet. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Trinkröhrchen aus Plastik waren jahrelang ein Dorn in den Augen von Umweltschützern. Inzwischen gibt es immer mehr Alternativprodukte aus regenerativen Stoffen.

Rostock/Kröpelin (dpa/mv) - Das seit Juli in Deutschland geltende EU-weite Verbot von Plastikgeschirr hat die Suche nach Alternativprodukten vorangetrieben. Bei Trinkhalmen ist das Rostocker Unternehmen Rohalm in der Türkei fündig geworden. An einem Bergsee wachse ein bis zu sechs Meter hohes Schilfrohr, das direkt zu Trinkröhrchen verarbeitet werden könne, sagte Hannes Subklew von Rohalm. "So, wie es wächst, verwenden wir es." Wo der Bergsee liegt, will er nicht verraten. Klar sei aber, dass heimisches Schilf nicht verwendet werden könne, da es zu dünn und zu zerbrechlich sei.

Zur Verarbeitung der Halme in Röhrchen hat das vor einem Jahr gegründete Unternehmen Verträge mit fünf Behindertenwerkstätten in der Region abgeschlossen. Deren Mitarbeiter schneiden das Schilf, das in Bünden von 2,5 Meter langen Rohren ankommt, auf die gewünschte Länge. "Die Stücke werden zuerst gereinigt und die Enden abgerundet. Anschließend können sie mit einem Laser individualisiert werden", sagte Subklew.

Der Rest der Halme werde geschreddert. Daraus könne Verpackungsmaterial gemacht werden. Pro Woche könnten so rund 10.000 Halme gefertigt werden. Ein Vorteil sei, dass sie bis zu 100 Mal verwendet werden könnten und anschließend vollständig biologisch abbaubar seien.

Auch das Lübecker Unternehmen Strohmi setzt auf Trinkhalme aus regenerativen Materialien. Strohmi baut auf zwei Hektar eine spezielle Bio-Roggensorte mit besonders langen und stabilen Halmen an. So produziert das Unternehmen nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Naturstrohhalme im Jahr.

Rohalm geht davon aus, dass der Markt mit ökologisch erzeugtem Geschirr noch über Jahre wachsen werde. Nach und nach würden Gastronomen ihr Bestände an Plastikröhrchen abbauen. Wegen der Corona-Pandemie sei der Verbrauch zuletzt eher gering gewesen.

© dpa-infocom, dpa:211111-99-950840/2

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