Mecklenburg-VorpommernTrotz mehr Genehmigungen - Windkraftausbau in MV stockt

Im Nordosten gibt es häufiger als früher grünes Licht für den Bau neuer Windräder. Gebaut wird aber verhältnismäßig wenig. Trotzdem hält Umweltminister Till Backhaus am Ausbauziel bis 2027 fest.
Schwerin (dpa/mv) - Der Bau neuer Windräder in Mecklenburg-Vorpommern läuft aktuell deutlich langsamer als ihre Genehmigung. In den vergangenen fünf Jahren seien 101 neue Windräder errichtet worden, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit. 561 Anlagen seien genehmigt worden, 183 davon im vergangenen Jahr. 2021 seien es noch 32 Genehmigungen gewesen.
"Wir haben deutlich aufgeholt", sagte Backhaus mit Blick auf die gestiegene Zahl der Neugenehmigungen. Grund dafür sei unter anderem, dass die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt in MV – die für natur- und artenschutzrechtliche Prüfungen bei der Errichtung von Windrädern zuständig sind – personell aufgestockt worden seien.
Zugleich betonte Backhaus, dass sein Ministerium nicht für den Bau der Windkraftanlagen zuständig sei. "Jetzt ist die Wirtschaft in der Pflicht, zu bauen."
Backhaus hält an Ausbauziel fest
Backhaus hält demnach am Ausbauziel fest, bis 2027 mindestens 1,4 Prozent der Landesfläche für die Windenergienutzung auszuweisen. Der Flächenbedarf ist im Bundesgesetz für die einzelnen Bundesländer gesetzlich geregelt. Allerdings gehen die Planungen wegen fehlender Regelungen in einigen Regionen Deutschlands nur schleppend voran, darunter auch in Nordwestmecklenburg.
Im März hatte der Schweriner Landtag neue Entschädigungsregeln für Anwohner von Wind- und Solaranlagen beschlossen. Laut neuem Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz sind jeweils 5.000 Euro pro Jahr je Megawattstunde installierter Leistung für Gemeinden und Bürger vorgesehen. Branchenvertreter hatten zuvor befürchtet, dass dies den Bau neuer Windräder künftig verzögern könnte.