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Mecklenburg-Vorpommern Weniger Schüler an Produktionsschulen

Der Landtagsabgeordnete Henning Foerster aus der Fraktion der Linken im Landtag in Schwerin. Foto: Jens Büttner/Archivbild

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Schwerin (dpa/mv) - Produktionsschulen als zusätzliches Sprungbrett ins Berufsleben werden in Mecklenburg-Vorpommern immer seltener genutzt. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervorgeht, halbierte sich die Zahl der Teilnehmer binnen zwei Jahren von 725 auf zuletzt noch 345. Für das neue Schuljahr sollen demnach 310 Plätze für sozial benachteiligte und individuell beeinträchtige Jugendliche bereitgestellt werden, die in der Regel keinen Schulabschluss haben. Diese erhalten an den Produktionsschulen stark praxisorientierten Unterricht, der den Weg in eine reguläre Berufsausbildung ebnen soll.

Etwa ein Viertel der Kosten von etwa 4,3 Millionen Euro im laufenden Jahr tragen Jobcenter und Arbeitsagentur. Der Löwenanteil der Finanzierung wird mit 2,4 Millionen Euro aber aus dem Europäischen Sozialfonds bestritten, geht aus der Antwort hervor. Den Rest steuern die Kommunen bei. Produktionsschulen gibt es den Angaben zufolge an den fünf regionalen Hauptstandorten Greven bei Wittenburg, Rostock, Stralsund, Waren und Wolgast.

Henning Foerster von der Linksfraktion zog in Zweifel, dass es einen abnehmenden Bedarf für dieses spezielle Angebot der Jugendberufshilfe gibt. In den zurückliegenden Jahren hätten jeweils etwa 600 Schüler die allgemein bildenden Schulen ohne Abschluss verlassen, knapp fünf Prozent aller Absolventen. Zum anderen scheiterten Jugendliche während der Berufsausbildung. Foerster forderte eine genaue Analyse zu Bedarf und Wirksamkeit von Produktionsschulen.

Kleine Anfrage und Antwort samt detaillierter Daten

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