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Mecklenburg-Vorpommern Wieder Proteste gegen Corona-Politik: Inzidenz bei 788

Ein medizinischer Mitarbeiter führt einen Corona-Schnelltest durch.

(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp)

Im Nordosten haben erneut Hunderte gegen Corona-Maßnahmen demonstriert. Unterdessen geht die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken zurück, obwohl die Corona-Inzidenz stieg. Schwerin hat erstmals eine Inzidenz von mehr als 1000.

Schwerin/Rostock/Malchin (dpa/mv) - In Mecklenburg-Vorpommern haben am Wochenende mehr als 2000 Menschen in Schwerin, Malchin und weiteren Orten gegen eine Impfpflicht und die Corona-Beschränkungen protestiert. In Schwerin waren etwa 1100 Teilnehmer am Samstag einem Aufruf unter dem Motto "Freie Impfentscheidung - Keine Spaltung" gefolgt, wie die Polizei mitteilte. Der Aufzug verlief bis auf zwei Anzeigen störungsfrei. Außerdem versammelten sich insgesamt mehr als 650 Menschen am Sonntag in Güstrow, Kröpelin (Landkreis Rostock) und in Malchin (Mecklenburgische Seenplatte). Weitere kleinere und friedliche Proteste gab es unter anderem in Neukalen und Woldegk.

Unterdessen stieg Sieben-Tage-Inzidenz im Bundesland weiter. Die Zahl der gemeldeten Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche lag am Sonntag bei 788,1, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mitteilte. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 467 gelegen, am Vortag betrug die Inzidenz 777,4. Die höchsten Inzidenzwerte meldeten der Kreis Nordwestmecklenburg mit 1183 und die Landeshauptstadt Schwerin mit 1016, fast das Doppelte wie vor einer Woche.

In den Krankenhäusern nimmt die Zahl der Patienten langsam ab: Am Sonntag wurden den Angaben zufolge 245 Patienten stationär mit Covid-19 behandelt, drei weniger als am Vortag. Vor einer Woche waren dort 242 Patienten.

Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Covid-Patienten um vier Fälle auf 71. Vor einer Woche wurden 78 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Bei den Todesfällen kamen am Sonntag keine neuen Todesfälle hinzu, so dass die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie laut Robert Koch-Institut bei 1607 blieb.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz - die Zahl der binnen einer Woche in Krankenhäusern aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner - sank leicht auf 5,4 (Vortag: 5,6). Sie liegt damit weiterhin unter dem Schwellenwert von sechs, weshalb für das Land insgesamt Warnstufe Gelb gilt.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung liegt die Inzidenz in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen deutlich höher, bei einer sehr geringen Zahl an Krankenhauseinweisungen. Laut dem Lagus-Bericht für Minderjährige lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe von 0 bis 17 Jahre am Freitag landesweit bei 1660, in einigen Landkreisen liegt der Wert jedoch bereits über der Marke von 2000 Fällen pro 100.000 Kinder und Jugendliche innerhalb einer Woche. Bisher wurden im Jahr 2022 aber nur 13 Minderjährige wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen.

Laut Robert Koch-Institut haben bis Samstag 73,3 Prozent der Menschen im Nordosten mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Den vollständigen Grundschutz haben 71,9 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung haben demnach 48,0 Prozent erhalten.

Quelle: dpa

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