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Niedersachsen & Bremen Ärztekammer gegen Corona-Lockerungen am 20. März

Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen.

(Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Archivbil)

Hannover (dpa/lni) - Die Ärztekammer Niedersachsen hält die vom Bund geplanten Corona-Lockerungen angesichts der hohen Infektionszahlen für verfrüht. "Ich stehe ausgesprochen ratlos vor den Beschlüssen der Bundesregierung, am 20. März alle effektiven Maßnahmen der Pandemiebekämpfung fallen zu lassen. Davor kann ich nur warnen", sagte Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir haben ein Allzeithoch und vor allem täglich weiter steigende Inzidenzen", sagte sie. "Die Öffnungspläne müssen verschoben werden."

Das Virus sei nicht weg, und es werde sich auch am 20. März nicht in Luft auflösen, nur weil das Bundeskabinett einen "Freedom Day" beschlossen habe, kritisierte Wenker. "Ganz Deutschland ist doch momentan ein Hotspot."

Mindestens die allgemeine Maskenpflicht und die derzeit bestehenden Regelungen müssten weiter gelten, aber auch zusätzliche Verschärfungen dürften nicht ausgeschlossen werden. "Wenn die Zahlen noch weiter steigen, die Kliniken an die Belastungsgrenze gelangen und wir weitere Personalausfälle in der Patientenversorgung zu beklagen haben, dann sehe ich uns wieder in eine prekäre Situation kommen. Und dann müssen wir auch wieder zu schärferen Maßnahmen greifen", sagte die Ärztekammer-Präsidentin. "Wir können doch nicht eine steigende Krankheitslast und immer mehr Todesfälle in Kauf nehmen, nur weil wir uns ein Datum gesetzt haben."

In Niedersachsen waren am Sonntag sowohl die Inzidenz der Neuinfektionen als auch der Krankenhausaufnahmen so hoch wie noch nie während der Pandemie. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte bereits vor einigen Tagen die Pläne des Bundes kritisiert, die Corona-Beschränkungen vom 20. März an weitgehend aufzuheben. Die Landesregierung will in der kommenden Woche eigene Übergangsregeln bis Anfang April vorlegen.

Quelle: dpa

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