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Niedersachsen & Bremen Ausstellung zeigt Fotos von Matrosen aus der Kolonialzeit

Die Open Air-Ausstellung

(Foto: Sina Schuldt/dpa)

Bremerhaven (dpa/lni) - Als Open-Air-Ausstellung zeigt das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven Fotografien von deutschen Marinesoldaten aus der Kolonialzeit um 1900. Die 50 Aufnahmen werden bis Ende Oktober erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, wie Kuratorin Gisela Parak am Donnerstag sagte. Die Schau mit dem Titel "Das Andere sehen? Der kolonialistische Blick" entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Bremen.

Die Fotografien stammen weitgehend aus Reisealben von Marinesoldaten, die während der Kolonialkriege des Deutschen Kaiserreichs nach Nordostchina, in den Pazifik oder nach Afrika reisten. Sie sollten dort die Gesetze der deutschen Kolonialmacht durchsetzen. Die Aufnahmen verdeutlichten, wie stark die Matrosen die Ideologie verinnerlicht hatten, sie seien gegenüber der indigenen Bevölkerung überlegen, sagte Parak.

So zeigt ein Gruppenbild Matrosen auf Samoa, das bis 1914 deutsche Kolonie war. Die Männer posieren dabei mit halbnackten einheimischen Frauen. "Die Aufnahme demonstriert ein sehr übergriffiges Verhalten, das für die damalige Zeit normal war", sagte Parak.

Das Museum zeige erstmals den Zusammenhang zwischen der Kriegs- und Handelsschifffahrt und der deutschen Kolonialgeschichte, sagte Direktorin Sunhild Kleingärtner. Die Schau sei der erste Schritt, sich weiter mit dem Thema und den kolonialgeschichtlichen Sammlungsbeständen des Hauses auseinanderzusetzen.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-494557/3

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