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Niedersachsen & Bremen Bewährung für Polizisten wegen Bestechung

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Hannover (dpa/lni) - Nach dem Verrat von Dienstgeheimnissen ist ein Polizist aus Hannover wegen Bestechung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Er hatte nebenberuflich seine Dienste als Privatdetektiv angeboten und für einen 59 Jahre alten Unternehmer gearbeitet. Der nun verurteilte Polizist habe einen weiteren Polizeibeamten in Berlin dazu gebracht, gegen Geld Daten in den Polizeilichen Informationssystemen abzufragen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Hannover am Dienstag.

Der mitangeklagte Unternehmer wurde wegen Anstiftung zur Bestechung zu einer anderthalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er den 52-Jährigen beauftragt hatte, Informationen über Menschen zu beschaffen, die wie er an einem Rechtsstreit vor einem Zivilgericht beteiligt waren. Der 59-Jährige witterte laut Anklage eine Verschwörung von Richtern, Anwälten und Prozessgegnern. Er wollte den Fall, bei dem er Schadenersatz in Millionenhöhe zahlen musste, wieder aufrollen. Der Polizeibeamte soll für das Auskundschaften zwischen Januar 2015 und November 2016 monatlich 3570 Euro erhalten haben.

Strafmildernd habe die Kammer das reuevolle Geständnis des Polizisten gewertet, sagte der Gerichtssprecher. Er war wegen der Vorwürfe vorläufig des Dienstes enthoben worden. Die Verurteilung hat zur Folge, dass er aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden und seine Pensionsansprüche verlieren wird. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, der 52-Jährige könnte noch Revision einlegen.

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