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Niedersachsen & Bremen Bremen auf "Notmodus": Schulen und Kitas geschlossen

Ein leeres Klassenzimmer in einem Gymnasium. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild

(Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)

Bremen will die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Schulen und Kitas bleiben geschlossen, ein Bundesliga- Spiel wird abgesagt. Weitere Maßnahmen dürften folgen.

Bremen (dpa/lni) - Die Krise wegen des Coronavirus lähmt auch in Bremen weite Teile des öffentlichen Lebens. Alle Schulen, Kitas und Kindertagespflegeeinrichtungen sind von Montag an bis einschließlich 14. April geschlossen. Betroffen sind rund 122 000 Kinder und Jugendliche. "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bei einer Pressekonferenz. Es müsse aber alles konsequent getan werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. In Land Bremen gibt derzeit 42 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus - 38 in der Stadt Bremen, vier in Bremerhaven.

Der Senat setzte am Freitag zur personellen Verstärkung den früheren Polizeidirektor Rainer Zottmann als "Sonderbeauftragten für die Corona-Krise" ein. Der pensionierte Polizist hat vor allem eine koordinierende Funktion. Bremen folgte mit der Schulschließung den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland. Für Eltern sei dies mit Blick auf die Kinderbetreuung eine sehr schwierige Herausforderung, räumte Kinder- und Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) ein. Sie appellierte an die Kulanz der Arbeitgeber in dieser Situation.

Für Beschäftigte im Gesundheitswesen, bei der Polizei und Feuerwehr werde es eine Notbetreuung für die Kinder geben. Wenn man eine Pandemie bekämpfe, müsse dafür gesorgt werden, dass das Gesundheitswesen und die dortige Personalsituation nicht weiter geschwächt werde. "Wir empfehlen auf keinen Fall, dass Kinder von ihren Großeltern betreut werden", warnte Bogedan. Gerade ältere Menschen gehörten zu der Risikogruppe.

"All das ist keine Situation, die wir uns ausgesucht haben, sondern eine Reaktion auf eine sehr ernste Krise", betonte Bovenschulte. "Social Distancing - soziales Zurückhalten - ist das Gebot der Stunde." Im Sinne des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung sei notwendig, auf einen "Notmodus" umzustellen, teilte der Senat weiter mit. In Bremen untersagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) indes das am kommenden Montag anstehende Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen.

Hintergrund ist, dass die Politik in dem kleinsten deutschen Bundesland befürchtet, dass sich am Montagabend vor dem leeren Stadion mehr als 1000 Fans versammeln wollen. Ein solches Szenario sei mit den aktuellen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus nicht vereinbar. Ab Dienstag ist laut Beschluss der Deutschen Fußball Liga der Spielbetrieb in der Bundesliga bis 2. April unterbrochen.

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