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Niedersachsen & Bremen Celle: Polizei soll Täter zu späterem Opfer gebracht haben

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

Celle (dpa/lni) - Im Fall des von seinem Neffen getöteten 54-Jährigen in Celle ist ein neues Detail bekanntgeworden. Ausgerechnet die Polizei soll den mutmaßlichen Täter am Montagabend zu seinem Onkel gebracht haben. Nach einem Bericht der "Celleschen Zeitung" (Mittwoch) war der 45-Jährige am späten Nachmittag in der Innenstadt wegen Diebstahls, Beleidigung und Körperverletzung aufgefallen. Da keine Haftgründe vorgelegen hätten und der Mann keinen festen Wohnsitz habe, sollen die Polizisten entschieden haben, ihn zu seinem Onkeln zu bringen. Dort soll er betrunken den 54-Jährigen mit einem Messerstich getötet haben. "Der ist Intensivstraftäter – warum die Polizei den bei meinem Vater vorbeigebracht hat, verstehe ich überhaupt nicht. Der ist hier doch gar nicht gemeldet", sagte der Sohn des Opfers der Zeitung. Der mutmaßliche Täter war demnach erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.

Dass der mutmaßliche Täter von der Polizei zu dem späteren Opfer gebracht wurde, habe auch die Staatsanwaltschaft Lüneburg bestätigt, berichtete die "Bild"-Zeitung (Mittwoch). In Celle waren am Montagabend fast zeitgleich zwei Gewaltverbrechen geschehen. In einem anderen Stadtteil wurde ein 59-Jähriger ebenfalls mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. In diesem Fall wurde ein 20-Jähriger wegen versuchten Totschlags festgenommen.

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