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Niedersachsen & Bremen Disziplinarverfahren gegen Polizisten nach Waffenverlust

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Die Polizei vermisst zwei Pistolen und eine erhebliche Menge Munition. Ob sie gestohlen wurden oder "nur" verloren gingen, wann und wo sie abhanden kamen - all das ist noch unklar. Gegen vier Polizeibeamte laufen Disziplinar- und Strafverfahren.

Hannover/Oldenburg (dpa/lni) - Nach dem Verlust von Waffen wird gegen Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) ermittelt. Das Landeskriminalamt habe gegen vier SEK-Beamte Disziplinarverfahren eingeleitet, teilte am Freitag eine Sprecherin der Behörde in Hannover mit. Die Beamten hätten offensichtlich gegen landesweit bestehende polizeiinterne Regelungen zum Umgang mit und zur Aufbewahrung von Schusswaffen verstoßen. Die Beamte seien in andere Bereiche versetzt, aber nicht suspendiert worden. Die Polizeidirektion Hannover sei mit Ermittlungen gegen die Beamten und gegen Unbekannt wegen möglicher Verstöße gegen das Strafgesetzbuch und das Waffengesetz beauftragt worden.

Die näheren Umstände des Abhandenkommens - die genaue Zeit, der genaue Ort, der Hergang des Abhandenkommens - seien derzeit nicht bekannt und Gegenstand von Ermittlungen. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Dem Bericht zufolge hatte sich der Vorfall am vergangenen Freitag in Schleswig-Holstein bei einer maritimen Übung ereignet, die eine private Sicherheitsfirma veranstaltet hatte. Zu den Teilnehmern gehörten demnach SEK-Beamte aus Oldenburg, die dem Landeskriminalamt unterstehen. Verschwunden sind laut NDR zwei Pistolen und 90 Schuss scharfer Munition. Nach der Rückkehr in Oldenburg seien die Waffen verschwunden gewesen. Landespolizeipräsident Axel Brockmann hatte am Donnerstag in vertraulicher Sitzung den Innenausschuss des Landtags informiert.

Unklar sei bislang, ob die Waffen absichtlich erbeutet wurden oder ob sie nach einem Verlust unterschlagen wurden, erklärte die LKA-Sprecherin. "In allen Fällen, in denen Unberechtigte mit Schusswaffen und zugehöriger Munition umgehen, ergibt sich ein erhebliches Gefahrenpotenzial", betonte sie. Daher solle schnellstmöglich der Verbleib geklärt werden.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Susanne Menge, erklärte dazu, dass nun auch Verbindungen von Beamten in rechte Netzwerke überprüft werden müssten: "Die Vorstellung, dass Polizeiwaffen und Munition in rechtsterroristischen Gruppierungen auftauchen, ist unerträglich."

Im Jahr 2019 war in der Polizeiinspektion Celle das Fehlen einer Maschinenpistole bemerkt worden. Im Bereich Hameln/Pyrmont ging 2016 eine Pistole mit Munition dauerhaft verloren. Im Jahr davor kamen in Hannover und bei der Inspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel je eine Pistole samt Munition weg.

© dpa-infocom, dpa:210305-99-706073/2

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