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Niedersachsen & Bremen Erdölmuseum hofft auf Anerkennung als Industriedenkmal

Ein 57 Meter hoher Bohrturm. Foto: picture alliance / dpa

(Foto: picture alliance / dpa)

Nicht in Texas oder Dubai, sondern am Südrand der Lüneburger Heide wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals bei einer Bohrung Erdöl entdeckt. Schon 1963 ging das Öl-Zeitalter in Wietze zu Ende, aber die Relikte sind noch allgegenwärtig.

Wietze (dpa/lni) - Das Deutsche Erdölmuseum in Wietze (Landkreis Celle) will sich neu aufstellen und noch mehr Besucher aus ganz Deutschland anlocken. Ein Ziel sei die offizielle Anerkennung als Industriedenkmal, sagte Museumsleiter Stephan Lütgert. "Bei uns passiert eine ganze Menge - trotz Corona." So wurde unter anderem der "Turm 70", ein 54 Meter hoher Bohrturm saniert. Er war 1988 auf dem Gelände aufgestellt worden und gilt inzwischen als Wahrzeichen des Ortes. Schon 1859 wurde Erdöl bei einer Bohrung in Wietze entdeckt - noch vor dem Ölrausch in den USA. Der Geologe Konrad Hunäus hatte im Auftrag des Königreichs Hannover eigentlich nach Kohle gesucht.

1899 begann die industrielle Förderung, das Dorf erhielt unter anderem eine Raffinerie, Pipelines, einen Ölhafen und den größten Öltank Europas. Bauern wurden zu Öl-Millionären. 1963 wurde die Förderung eingestellt, 1970 das Erdölmuseum eröffnet.

Für rund 1,1 Millionen Euro soll im kommenden Jahr die Dauerausstellung komplett umgestaltet und erweitert werden. Bereits jetzt gibt es eine neue App mit drei Entdeckertouren zur Wietzer Erdölzeit. Nach Monaten pandemiebedingter Schließung ist das Museum seit Mai wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. "Es ist ein Ort mit Atmosphäre", betonte Lütgert. "Wir sind nicht irgendwo, wir sind auf dem historischen Ölfeld." Vor Corona zählte das Haus, das im Winter geschlossen war, jährlich etwa 8000 bis 9000 Gäste.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-525938/2

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