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Niedersachsen & Bremen Falscher Polizist kommt in Betrugsprozess vor Gericht

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/Archivbild

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Osnabrück (dpa/lni) - Das mutmaßliche Mitglied einer Betrügerbande, die als falsche Polizisten ältere Menschen um Geld geprellt haben soll, muss sich von kommender Woche an vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wirft die Staatsanwaltschaft dem 32-Jährigen gewerbs- und bandenmäßigen Betrug vor. Zwischen August 2018 bis Januar 2019 sollen Senioren unter anderem aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen betrogen worden sein.

Die von der Türkei aus agierende Bande soll Senioren angerufen, sich ihnen gegenüber als Polizisten ausgegeben und die Opfer dazu gebracht haben, ihnen Geld und Wertgegenstände zu übergeben. Um glaubwürdig zu wirken, wurden bei den Anrufen gefälschte Telefonnummern angezeigt, so dass die Opfer annahmen, es mit echten Polizisten zu tun zu haben. Die Schadenssumme beläuft sich auf rund 214 000 Euro. Weil zwei Senioren Verdacht schöpften und die Polizei informierten, flog die Bande auf.

Der zuletzt in Hamburg und der Türkei lebende Angeklagte soll unter anderem die Programme erstellt haben, mit denen die falschen Nummern angezeigt wurden. Er sei auch Bindeglied zwischen den in der Türkei sitzenden Hintermännern und den Tätern in Deutschland gewesen, so der Vorwurf. Gegen diverse andere Beschuldigte laufen weitere Ermittlungsverfahren.

Der Prozess beginnt am kommenden Dienstag. Geplant sind bis Oktober neun Fortsetzungstermine.

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