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Niedersachsen & Bremen Findelkind: Kein Durchbruch bei Suche nach der Mutter

Blick auf eine Babyklappe. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild

(Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild)

Ein nur wenige Stunden altes Baby wird in einem Gartenhaus gefunden. Dem kleinen Jungen geht es gut. Die Hintergründe sind aber noch unklar - und die Suche nach der Mutter geht weiter.

Wolfenbüttel (dpa/lni) - Auf der Suche nach der Mutter eines in Wolfenbüttel ausgesetzten Findelkindes ist den Ermittlern bislang kein Durchbruch gelungen. "Wir arbeiten derzeit mehrere Hinweise ab", sagte Polizeisprecher Frank Oppermann am Mittwoch. Es sei noch nicht absehbar, ob etwas von entscheidender Bedeutung dabei herauskomme. Wie die "Braunschweiger Zeitung" berichtet, wird das am Montag ausgesetzte Baby intensivmedizinisch behandelt. "Aufgrund des Geburtserlebnisses scheint es zu einem Blutverlust gekommen zu sein", teilte Adrian Foitzik, Pressesprecher der Stadt Braunschweig, auf Nachfrage der Zeitung mit.

Bewohner eines Reihenhauses hatten den vermutlich erst wenige Stunden alten Jungen am Montag in eine Decke gehüllt in ihrem Gartenhaus gefunden. Das leicht unterkühlte Baby wurde medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Den Ermittlern zufolge geht es ihm gut.

Hoffnung setzen die Ermittler auf eine Personenbeschreibung, die durch Videomaterial möglich wurde. Eine private Überwachungsanlage hatte am Montagmorgen zweimal eine bisher unbekannte Person erfasst, bei der es sich um die Mutter selbst oder um eine andere Person aus dem Umfeld handeln könnte. Nach Medienberichten über den Fall hatten sich die Besitzer der Kamera bei der Polizei gemeldet und das Video übergeben. Der Film soll von Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) wegen schwacher Qualität aufbereitet und möglicherweise veröffentlicht werden.

Darauf ist laut Bericht zu sehen, dass die Frau den Bereich der Kamera am Montag gegen 4.00 Uhr passiert. Dabei soll sie ein Bündel vor dem Bauch tragen, sie war mutmaßlich auf der Suche nach einem Ablageort. Wenige Minuten später läuft sie wieder durch den Videobereich, diesmal aus der anderen Richtung kommend. Mutmaßlich ist eine Frau zusehen, bekleidet mit langer Hose und längerer mantelähnlicher Jacke mit Kapuze. Außerdem trägt sie Sportschuhe mit vermutlich hellen Streifen und heller Sohle.

Um Babys vor Aussetzung zu schützen, gibt es in Niedersachsen sogenannte Babyklappen oder Babykörbchen. Mütter können Neugeborene durch eine Klappvorrichtung in ein Wärmebettchen legen. Nach jüngsten der Zahlen der fünf Einrichtungen in Niedersachsen und einem Krankenhaus in Bremen wurden dort seit dem jeweiligen Start 77 Säuglinge abgegeben. Städte mit Babykörbchen sind Hannover, Braunschweig, Rotenburg (Wümme), Osnabrück und Nordhorn. Die ersten Babyklappen wurden im Jahr 2001 eingerichtet.

Schwangere können sich auch anonym beraten und behandeln lassen. Bei einer sogenannten vertraulichen Geburt wird ihnen für mindestens 16 Jahre Anonymität zugesichert. Wenn das Kind die Identität der Mutter erfahren möchte, darf es die persönlichen Daten nach 16 Jahren einsehen. Bei einer anonymen Geburt haben Kinder keine Möglichkeit zu erfahren, wer ihre Eltern sind. Im Fall des Wolfenbütteler Findelkindes müsse nun das Jugendamt entscheiden, wie es für den kleinen Jungen weitergehe, sagte Polizeisprecher Oppermann.

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