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Niedersachsen & Bremen Forschungsprojekt zu Missbrauch im Bistum Osnabrück startet

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Osnabrück (dpa/lni) - Eine Studie an der Universität Osnabrück soll sexualisierte Gewalt im kirchlichen Raum historisch und juristisch untersuchen. Es gehe um einen unabhängigen wissenschaftlichen Beitrag zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Minderjährigen sowie schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück, teilten die Hochschule und die Kirche am Donnerstag mit. Der Vertrag über das dreijährige Forschungsvorhaben sei in dieser Woche von beiden Vertragsparteien unterzeichnet worden.

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode hatte eine solche Aufarbeitung bereits im Februar angekündigt. Er sagte, dass auch seine Amtszeit Teil der Untersuchung sein werde. Er ist seit 25 Jahren Bischof von Osnabrück. Das Projekt will die Uni Osnabrück am Dienstag (4. Mai) bei einer Online-Pressekonferenz vorstellen.

Es gibt bereits eine Monitoringgruppe zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Bistum Osnabrück. Im Rahmen einer bundesweiten Studie waren für den Zeitraum von 1946 bis 2014 insgesamt 35 Beschuldigte und 68 Opfer von Missbrauch im Bistum ermittelt worden.

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Deutschland war 2010 erstmals aufgedeckt worden. Wie sich herausstellte, hatten Priester seit 1945 Tausende von Kindern sexuell missbraucht. Nur ein winziger Bruchteil der Taten wurde strafrechtlich verfolgt. Mehrere Gutachten haben inzwischen nachgewiesen, dass Bischöfe und andere Amtsträger die Taten meist zu vertuschen suchten, um einem Ansehensverlust der Kirche vorzubeugen.

© dpa-infocom, dpa:210429-99-402950/2

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