Regionalnachrichten

Niedersachsen & Bremen Geisterspiele beginnen in Osnabrück und Wolfsburg

Ein Ball geht ins Netz. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

VfL Osnabrück gegen Hannover 96. Und VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund. Das sind an diesem Samstag die beiden ersten Geisterspiele in Niedersachsen, seitdem der Profifußball in der Corona-Zeit wieder rollt. Die Wolfsburger haben damit die meiste Erfahrung.

Osnabrück/Wolfsburg (dpa/lni) - Daniel Thioune hat ein Problem. Mit einem eigens zusammengeschnittenen Video stimmt der Trainer des VfL Osnabrück sein Team gern auf das nächste Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga ein. "Die Hauptzutat sind immer unsere Fans an der Bremer Brücke", sagte der 45-Jährige vor dem Niedersachsen-Duell mit Hannover 96. Allein: Diese Fans dürfen während der Coronavirus-Pandemie nicht mehr ins Stadion. Und mit Bildern, "wie wir beim 1:1 in Bielefeld Passwege zustellen", so Thioune, werde er seine Spieler wohl kaum "emotionalisieren können".

Seit einer Woche läuft der "Sonderspielbetrieb" im deutschen Profifußball wieder. Und an diesem Samstag finden nach der etwa zweimonatigen Saisonunterbrechung auch die ersten beiden Geisterspiele in Niedersachsen statt. Um 13.00 empfängt der VfL Osnabrück den alten Rivalen Hannover 96. Und um 15.30 Uhr spielt der VfL Wolfsburg im Spitzenspiel der Bundesliga gegen Borussia Dortmund.

"Das war vom Gefühl her wie ein Testspiel", sagte Thioune über seine bisherige Geisterspiel-Erfahrung vom vergangenen Wochenende in Bielefeld. Was diesen Eindruck diesmal noch verstärken wird: Seine Spieler haben vor dem 96-Spiel nicht mehr zu Quarantäne-Zwecken in einem Hotel übernachtet, sondern zu zu Hause bei ihren Familien. Und sie fahren von dort mit dem eigenen PKW zum Stadion. Dort gelten dann die Auflagen aus dem Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga: Ihren Mundschutz nehmen die Profis nur zum Aufwärmen und zum Spiel ab.

Beim VfL Wolfsburg kennt man die Geisterspiel-Atmosphäre in der Volkswagen-Arena bereits aus den Tagen vor der Saison-Unterbrechung. Denn bereits das Europa-League-Heimspiel gegen Schachtjor Donezk (1:2) musste im März ohne Zuschauer ausgetragen werden.

"Wir haben in dieser Saison schon alles durchgemacht", sagte Trainer Oliver Glasner vor dem Dortmund-Spiel. "Wir haben schon in einem Hexenkessel wie in Malmö gewonnen, in einem leeren Stadion in Augsburg und auch in der Europa League in Lemberg gegen Olexandrija, wo wir bei minus 3 Grad vor 1000 Zusehern gespielt haben. Ich versuche der Mannschaft immer einzutrichtern, dass wir uns von den äußeren Gegebenheiten unabhängig machen müssen."

Um die Fans wenigstens ein bisschen zu entschädigen, veranstaltet der VfL rund um das Dortmund-Spiel eine viereinhalb-stündige Liveshow im Internet. Sie ist ab 13.30 Uhr auf der Internetseite und den Social-Media-Kanälen des Clubs zu sehen. Der Wolfsburger Stadionsprecher Georg Poetzsch wird den Anhängern dann live diverse Informationen und Unterhaltung zu dem Spiel bieten.

Newsticker