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Niedersachsen & Bremen Hohe Einbußen bei Niedersachsens Freilichtmuseen

Eine historische Bockwindmühle steht auf einer Wiese im Museumsdorf Cloppenburg. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild)

Fehlende Schulklassen und Kindergeburtstage zum Beispiel: Die Freilichtmuseen in Niedersachsen beklagen wegen Corona einen Besucherrückgang. Doch seit Juli bessert sich die Situation.

Cloppenburg/Stade (dpa/lni) - Freilichtmuseen sind vor allem im Sommer beliebte Ausflugsziele. Wegen der Corona-Pandemie haben die Einrichtungen im ersten Halbjahr hohe Einbußen erlebt. Auch viele Veranstaltungen fallen aus. Doch seit Juli geht es aufwärts.

Im Museumsdorf Cloppenburg gebe es viele Einzelbesucher, die Zahl sei im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen. "Viele machen Urlaub in Deutschland, das merken wir", sagt Verwaltungsleiter Eike Pöhler. Aber: "Die Großveranstaltungen wie die Gartenpartie oder Dorfkirmes fehlen uns, das lässt sich mit Einzelbesuchern nicht ausgleichen."

Rund 50 000 Schüler besuchten jedes Jahr das Museum - aber nicht zu Corona-Zeiten. "Die Krise trifft auch die Freilichtmuseen hart", sagt der Verwaltungsleiter.

Das Museumsdorf Hösseringen beklagt ebenfalls erhebliche Einbußen. Wegen Corona habe das Museum statt im März erst Anfang Mai geöffnet, sagt Museumsleiter Ulrich Brohm. Im Mai seien rund 50 Prozent weniger Besucher als im Vorjahresmonat gekommen, im Juni seien es rund 33 Prozent weniger gewesen. "Jetzt im Juli haben wir aber etwa 20 Prozent mehr Besucher als im Juli 2019", berichtet Brohm. Alle Veranstaltungen seien abgesagt worden, da der Aufwand für die Hygieneregeln zu groß sei.

Einen Besucherrückgang von rund 30 Prozent von Mai bis Juli verzeichnet das Freilichtmuseum Stade, berichtet Sprecherin Luisa Pauline Fink. Ausgefallen seien auch Veranstaltungen wie der Bio-Bauernmarkt, Kindergeburtstage sowie Programme zur Kultur des Alten Landes. Nun gebe es aber wieder Rundgänge durch das Altländer Haus.

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg haben von Januar bis Juli rund 48 000 Menschen besucht, im vergangenen Jahr waren es 116 000. "Das ist ein Minus von etwa 68 000 Besuchen im genannten Zeitraum", sagt Sprecherin Lena Lange. Außerdem seien mehr als 400 Kindergruppen weniger als 2019 gekommen, sowie etwa 100 Erwachsenengruppen. "Bis Ende August erwarten wir Mindereinnahmen von 480 000 Euro bei der Stiftung, sowie 243 000 Euro beim Förderverein", berichtet Lange.

Wegen der Corona-Pandemie seien 13 Traditionsveranstaltungen abgesagt worden. Zusätzliche Bildungs- und Ferienangebote würden sehr gut angenommen werden. Trotz fehlender Großveranstaltungen seien im Juli nur etwas weniger Besucher gekommen als im Juli 2019.

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