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Niedersachsen & Bremen Impfterminvergabe überlastet: Ministerin bittet um Geduld

Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)

Hunderttausende Senioren können seit Donnerstagmorgen einen Corona-Impftermin vereinbaren. So weit die Theorie. Denn in der Praxis sind viel zu wenige Termine frei. Auch die Technik stößt an ihre Grenzen.

Hannover (dpa/lni) - Die Vergabe der Corona-Impftermine wird für die Senioren in Niedersachsen wie erwartet zum Geduldsspiel. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) erklärte, allein in der ersten Stunde der Terminvergabe von 8.00 bis 9.00 Uhr am Donnerstag seien mehr als 700 000 Anrufe und rund 120 000 Online-Zugriffe erfasst worden. Die Telefonleitungen waren überlastet. Anrufer berichteten von stundenlangen Schwierigkeiten, durchgestellt zu werden.

Dennoch soll jeder Impfberechtigte, der geimpft werden will, "in den nächsten Wochen" auch einen Termin erhalten, wie Ministerin Reimann im Landtag versprach. "Die meisten nur nicht innerhalb der nächsten Tage." Angesichts des großen Andrangs warb sie um Verständnis.

Online waren binnen einer Stunde bereits alle dort angebotenen Termine ausgebucht - 4492 Termine für 2246 Impfberechtigte. Am Telefon erhielten bis zum Mittag rund 1400 Menschen ihre beiden Termine für die Erst- und Zweitimpfung. Insgesamt leben allerdings rund 550 000 Menschen über 80 Jahre in Niedersachsen.

Die Anmeldungen laufen über eine Telefonhotline unter der Nummer 0800/99 88 665 und die Webseite www.impfportal-niedersachsen.de. Weil sich die Lieferungen der Impfstoffhersteller verzögern, stehen bisher aber nur wenige Tausend Termine zur Verfügung. Die Landesregierung hatte daher schon vorab um Geduld gebeten. "Impfstoff, der bei uns nicht ankommt, kann nicht weiterverteilt werden", hatte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, betont.

Anrufer, die am Donnerstagmorgen noch keinen Termin bekommen haben, bat die Landesregierung, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Über die Telefonhotline können sich die Impfwilligen auf eine Warteliste setzen lassen. Sie werden dann informiert, sobald wieder Termine frei sind.

Einige Regionen stoßen sich aber nicht nur an den technischen Problemen. So teilte der Landkreis Holzminden mit, dass er bisher keine belastbaren Informationen bekommen habe, wann mit der nächsten Impfstofflieferung zu rechnen sei. Erst dann könnten aber weitere Termine angeboten werden. "Nach dem Zuteilungsschlüssel des Landes wären wir wieder in 23 Tagen dran", erklärte die Dezernentin. Wegen der bisherigen Lieferprobleme könne der Kreis sich darauf jedoch nicht verlassen.

Die CDU in der Region Hannover forderte gar eine Abkehr vom System der Impfzentren. "Es ist besser, wenn die Impfung zu den Menschen kommt und nicht die Menschen zur Impfung", teilte der CDU-Fraktionschef in der Region, Bernward Schlossarek, mit. Gerade für ältere und wenig mobile Menschen müsse die Impfung dezentral organisiert werden. Bisher läuft die Versorgung mit dem Impfstoff über 50 Impfzentren, die in Niedersachsen verteilt sind.

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