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Niedersachsen & Bremen Institut: Arbeit ohne Tarifvertrag nimmt zu

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Düsseldorf/Hannover/Bremen (dpa/lni) - In Niedersachsen und Bremen arbeiten laut einer aktuellen Studie immer mehr Beschäftigte in Betrieben ohne Tarifvertrag. 2018 waren in Niedersachsen demzufolge 60 Prozent der Beschäftigten in einem Unternehmen mit Tarifvertrag angestellt, im Jahr 2000 waren es noch 69 Prozent, teilte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag mit. Im Jahr 2018 waren in Bremen 55 Prozent mit Tarifvertrag beschäftigt, zur Jahrtausendwende hatten in dem Zwei-Städte-Land noch 66 Prozent der Beschäftigten einen Tarifvertrag.

Der Rückgang der Tarifbindung habe erhebliche Folgen für Arbeitszeit und Bezahlung, stellten die Autoren der Studie fest. Demzufolge arbeiten Vollzeitbeschäftigte in tariflosen Betrieben in Niedersachsen und Bremen im Schnitt wöchentlich 1,1 Stunden länger als ihre Kollegen in Betrieben mit Tarifbindung.

Auch der Verdienst ist deutlich geringer: Das Bruttomonatsentgelt in einem Betrieb ohne Tarifvertrag liegt der Studie zufolge in Niedersachsen im Durchschnitt bei 2860 Euro. Das sind nur rund 73 Prozent des Bruttodurchschnittsentgelts in einem Betrieb mit Tarifbindung, das der Studie zufolge bei 3390 Euro liegt. In Bremen verdienen tariflos Beschäftigte mit 3090 Euro nur knapp 77 Prozent des tarifgebundenen Bruttodurchschnittsentgelts von 4020 Euro.

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