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Niedersachsen & Bremen Justiz im Nationalsozialismus: Zentrale Gedenkstätte offen

Das Hinrichtungsbuch des Henkers in der Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild

(Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild)

Wolfenbüttel (dpa/lni) - In Wolfenbüttel ist die zentrale Gedenkstätte zu Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus eröffnet worden. Durch die historische Gefängnismauer gelangen die Besucher von Dienstag an in den Neubau. Obwohl sich das Museum im Sicherheitsbereich des Gefängnisses befindet, ist es frei zugänglich. Die Besichtigung der alten Gebäude ist aber weiterhin nur für angemeldete Gruppen möglich.

Das Strafgefängnis Wolfenbüttel war zwischen 1937 und 1945 eine zentrale Hinrichtungsstätte in Norddeutschland: Mehr als 500 Menschen aus ganz Europa, darunter viele Widerstandskämpfer, starben hier durch das Fallbeil. In der neuen Ausstellung werden Zeugnisse von Opfern ebenso vorgestellt wie Biografien der für ihr Leiden verantwortlichen Staatsanwälte, Richter und Strafvollzugsbeamten. Auch die Vorgeschichte der NS-Justiz und die Nachwirkungen in der Bundesrepublik werden thematisiert.

"Die Ausstellung und die Gedenkstätte werden zu wichtigen Orten der Aufklärung und des Gedenkens", sagte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Sonntag beim Festakt zur Eröffnung. "Sie zeigen eindrucksvoll, wie schnell der Rechtsstaat ausgehöhlt und am Ende abgeschafft werden kann, wie fragil die Grundrechte und die Demokratie sind, wenn sie nicht verteidigt und mit Leben gefüllt werden." Der SPD-Politiker ist Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung niedersächsische Gedenkstätte. Das Land Niedersachsen und der Bund haben sich die Kosten von etwa fünf Millionen Euro geteilt.

Gedenkstätte Wolfenbüttel

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