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Niedersachsen & Bremen Kultusminister verteidigt sich gegen Wulff-Kritik

Ein Schüler macht vor der ersten Stunde an einer Schule einen Corona-Schnelltest. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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Hannover (dpa/lni) - Nach Kritik von Altbundespräsident Christian Wulff am Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie hat Niedersachsens Kultusminister die Sicherheitsmaßnahmen in den Schulen verteidigt. "Herr Wulff scheint zu vergessen, dass es für Kinder unter zwölf Jahren kein Impfangebot gibt und dass viele Jugendliche über zwölf Jahren noch nicht geimpft sind", sagte Minister Grant Hendrik Tonne der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). "Daher sind Sicherheitsmaßnahmen zur Absicherung des Präsenzunterrichts nach wie vor notwendig", betonte der SPD-Politiker.

Der Altbundespräsident und frühere niedersächsische Ministerpräsident hatte zuvor gesagt, er sehe eine "nicht mehr nachvollziehbare Ungleichbehandlung zwischen jungen Menschen und Erwachsenen": "Die Schulen sind strenger geregelt als die Erwachsenenwelt – das ist empörend." Kinder und Jugendliche hätten lange Zeit Einschränkungen in Kauf und Rücksicht auf die Älteren nehmen müssen, sie bekämen allerdings wenig zurück: "Bei den Beschränkungen geht es doch im Kern mittlerweile um den Schutz von ungeimpften Erwachsenen, die ihre Verantwortung gegenüber der Jugend eben nicht so wahrnehmen, wie die Jugend die Älteren geschützt hat", kritisierte Wulff.

Tonne nannte die Kritik "höchst irritierend". Die Alternative der Sicherheitsmaßnahmen in der Schule wäre eine Massenquarantäne für Schülerinnen und Schüler – das sei "eine denkbar schlechte Idee", sagte er.

© dpa-infocom, dpa:210923-99-323970/2

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