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Niedersachsen & Bremen LKA befragt 40 000 Menschen zu häuslicher Gewalt

Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

(Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Hannover (dpa/lni) - Rund 40 000 Menschen in Niedersachsen bekommen ab Mitte März Fragebögen vom Landeskriminalamt. Die repräsentative und anonyme Befragung in rund 90 Kommunen soll Erkenntnisse über Straftaten bringen, die nicht angezeigt wurden. Das Innenministerium will damit Einblicke in das sogenannte Dunkelfeld der Kriminalität erhalten. "Die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse werden der Polizei dabei helfen, Kriminalität noch besser zu bekämpfen und wirksamer Kriminalprävention zu leisten", teilte das niedersächsische Innenministerium mit. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig.

Schwerpunkt der Dunkelfeldstudie ist das Thema häusliche Gewalt. "Wir wissen, dass nur sehr wenige Taten von den Betroffenen angezeigt werden. Gerade im Lockdown müssen wir aber wissen, ob es hier Zunahmen gibt und wie wir weiter gegensteuern und den Personen helfen können, die unter gewalttätigen Partnern leiden müssen", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Die Polizei könne nur frühzeitig gegensteuern, wenn ihr ein möglichst umfassendes Bild über die Kriminalität vorliege. Neben Informationen über das Hellfeld - Kriminalität, die etwa durch Anzeigen oder Ermittlungen bekannt ist - brauche es Erkenntnisse über das Dunkelfeld. Die Befragung ist die vierte Dunkelfeldstudie. Dem Innenministerium zufolge war Niedersachsen das erste Bundesland, das eine solche Befragung organisiert hat. "Inzwischen sind diese Studien bundesweit anerkannt und haben in den vergangenen Jahren viele wertvolle Impulse zur zukünftigen Ermittlungs- und Präventionsarbeit innerhalb der Polizei gegeben", hieß es.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-748122/2

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